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Das waren Zeiten: Bowie lässt Fans per Telefon über Setlist abstimmen

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Keine Bläser, keine Backgroundsänger, keine Tänzer. Vorbei der Bombast der voran gegangenen “Glass Spider”-Tour. 1990 beschloss David Bowie, seine anstehende Tournee auf das Wesentliche zu beschränken: seine größten Hits, dargeboten durch ihn und seine vierköpfigen Band im Gitarre-Bass-Schlagzeug-Klavier-Arrangement. Bowie wollte Abschied nehmen: ein letztes Mal seine Klassiker aufführen. Der Tourbeginn sollte am 4. März in Quebec sein.

Erstmals wollte Bowie nicht touren um ein neues Studioalbum zu bewerben. Die “Sound + Vision Tour” galt der Promotion seines Backkatalogs, den Rykodisc in Form eines Boxsets und CD-Reissues wieder aufleben ließ.

Der Clou an der Greatest-Hits-Tour: Bowie-Fans in Europa und den USA konnten per Telefon über die Songauswahl abstimmen. 1990 war das eine technisch zeitgemäße, sogar fortschrittliche Aktion; so was gab es vorher nicht. Bowie war stets darauf aus, Technologie für sich zu nutzen. Ein paar Jahre später, 1996, bot er als erster Major-Künstler überhaupt sein Lied “Telling Lies” im Netz als Song-Download an.

Für seine Telefon-Aktion der “Sound + Vision”-Tour 1990 griff Bowie nun auf einen Kniff zurück. Zwar standen theoretisch alle Stücke seines bis dahin bereits 17 Studioalben umfassenden Backkatalogs zur Auswahl. Für Bowie aber war das kein Problem. Im Wissen, dass die Mehrheit der Fans sowieso für die bekanntesten Lieder á la “Space Oddity” und “Heroes” stimmen würde, konnte die Band schon mal die Proben für die demokratisch gewählten Hits beginnen.

Trotzdem ließ sich die Setlist nicht wirklich als Songauswahl bezeichnen, die seine Karriere abdeckt. Aus den Sechzigern war nur “Space Oddity” dabei. Aus “Low” und “Heroes”, die viele Fans 1990 schon als seine zwei stärksten Platten bezeichneten, schafften es in die Konzerte lediglich die drei Singles “Heroes”, “Be My Wife” sowie “Sound and Vision”, das wahrscheinlich eh nicht hätte fehlen dürfen, wurde doch die Tournee nach dem Lied benannt. Fast alle übrigen der Stücke – Bowie und Band probten 30 – waren Single-Auskopplungen, keine Fan-Favoriten, keine geheime Größen, die Insider zusammen gewählt hätten. Epische Lieder wie “Station To Station” bildeten die wenigen Ausnahmen.

Von daher ließ sich die vom NME initiierte Idee durchaus als Frischzellenkur verstehen. Das Magazin rief seine Leser auf, einheitlich für den Song “The Laughing Gnome” zu stimmen, ein albernes Lied von 1967 mit einer “gnomhaft”-verfremdet aufgenommenen Stimme.  Das wäre eine Überraschung gewesen. Angeblich soll Bowie das Stück tatsächlich auch geprobt haben, bis er heraus fand, dass der NME hinter der Wähler-Aktion steckte.

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