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Der unvergessene Gitarrist: George Harrison wird geboren

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Meine erste Schallplatte war George Harrisons „Somewhere In England“, 1981. Vorher kannte ich „Sgt. Pepper“, die bei meinen Eltern im Regal stand, und „The Simon & Garfunkel Collection“, wegen „Mrs. Robinson“, „I Am A Rock“ und „The Boxer“. Der Tod Lennons blieb mir unbegreiflich, zu ahnen nur an der Reaktion meiner Eltern und an dem Tod meiner Großmutter. Ein Horror, ein Staunen. Hernach kaufte ich alles Lesbare über Lennon, was ich bekommen konnte (und diese Anstecker für die Jeans-Jacke), wünschte mir endlich auch die Beatles-Platten, als könnte ich damit nachholen, was mir die Eltern unter dem Rubrum „1966“ mit entsprechenden Fotos zeigten.

Im Herbst 1981 erschien dann „Somewhere In England“ mit dem Song „All Those Years Ago“, an dem Paul und Ringo mitgearbeitet hatten. Es war die Hommage an John („You were the one who made it all so clear“) und das Zeichen der Versöhnung, auf das die Gemeinde gewartet hatte. Heute wissen wir, dass dieses Lied nicht gerade dem spontanen Schmerz Harrisons abgerungen war,noch ist es eine besonders eloquente oder treffende Würdigung. Aber es ist ein guter Song und mehr, als die drei Männer später zustande brachten. „Somewhere In England“ ist eine seltsame, zugleich überladene (vier Schlagzeuger, darunter Starr und Keltner, und überhaupt zu viele Musiker) und muffige Platte. In Songs wie „Unconsciousness Rules“ spricht kein Erleuchteter, sondern ein Skeptiker. Das zeittypische Szenario „Save The World“ endet ironisch im Big Bang.

George war für mich der Typ, der sie nach Indien und zum Maharishi brachte. Und obwohl ich den Guru eklig fand, behielt die Indien-Phase jenseits alles Religiösen etwas Selbstverständliches. Wohin sonst hätten die berühmtesten Männer der Welt (neben Jesus) gehen sollen? Ins Kloster, ins innere Exil, auf den Mond? Man muss nur an Ringo und seine aus England importierten Bohnenkonserven denken, um zu ermessen, wie groß die Verzweiflung war.

In der „Anthology“ kann man sehen, wie George, der Gärtner, im Freien saß und nicht ohne Bitterkeit vom Ruin seines „nervous System“ berichtete. Diesen Begriff benutzte er oft.

Vielleicht war George Harrison am Ende derjenige, der von allen am besten wusste, welchen Preis sie zu zahlen hatten.

„DAS ARCHIV – Rewind“ umfasst über 40 Jahre Musikgeschichte – denn es beinhaltet die Archive von Musikexpress, Rolling Stone und Metal Hammer. Damit ist von Popmusik über Indierock bis zu Heavy Metal nahezu jede Musikrichtung abgedeckt – angereichert mit Interviews, Rezensionen und Reportagen zu Filmen, Büchern und popkulturellen Phänomenen.

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