DVD 12: John Landis - The Blues Brothers

Eine ganze Reihe von Zitaten der Blues Brothers sind über die Jahre zu geflügelten Worten geronnen. Im Namen des Herrn unterwegs sein, beides spielen – Country und Western, die Band wieder zusammenbringen: John Belushi und Dan Aykroyd in dieser musical comedy von 1980 gleich diverse unsterbliche Pointen. Als Knabe war man fasziniert von den schwarzen Anzügen, der lustigen Coolness und natürlich von den haufenweise zu Schrott gefahrenen Polizeiautos.

Aykroyd und Belushi hatten die Charaktere des Films – die Blues-Knackis Jake und Elwood Blues – im Rahmen von Saturday Night Live entwickelt, dem Höhepunkt der US-amerikanischen TV-Comedy in den siebziger Jahren. Der Film erzählt, wie die (Bluts-)Brüder den himmlischen Auftrag erhalten, das von der Schließung bedrohte Waisenhaus ihrer Kindheit zu retten. 5.000 Dollar müssen her, für deren Beschaffung Jake und Elwood ihre alte Band, The Blues Brothers, reformieren.

Es folgt eine chaotische Reise durch Illinois, in deren Verlauf das alte Band-Line-up rekrutiert und ein großes Comeback-Konzert – der Showdown des Films – vorbereitet wird. Die Blues Brothers bekommen es unterwegs mit einer Nazi-Einheit, einer mordlüsternen Frau, einer Western-Band sowie einigen Hundertschaften Polizei zu tun.

Neben dem zügellos rollenden Screwball bleiben natürlich die Musikeinlagen in Erinnerung. James Brown führt die Brüder in einem Gospel-Gottesdienst ans Licht, Ray Charles singt als Musikladenbesitzer, der auf Kredit die nötigen Instrumente raustut. Aretha Franklin gibt ihren Film-Mann nur ungern für die Reunion her und singt „Think“, John Lee Hooker gibt als Straßenmusiker das obligatorische „Boom Boom“. Und dann ist da natürlich noch die Blues Brothers Band selbst, hochkarätig besetzt mit R&B-Veteranen wie Steve Cropper, Donald Dunn und Tom Malone. „Everybody needs somebody to love“, „Soulman“, „Gimme Some Lovin“: Wie die Pointen, sind auch die damals schon altgedienten Lieder mit dem Film für die nachgeborenen Generationen zu Standards geworden.

Nicht zuletzt beschließt „The Blues Brothers“, obschon freilich eine Komödie, ein Jahrzehnt ikonischer Musik- und Musical-Filme. Die Gesten sind groß, die Gags für die Ewigkeit gemacht, das Holz wird grob geschnitzt. Das war hinterher so nicht mehr möglich.