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Frankie And The Heartstrings im Interview

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Drei Kriterien für Desinteresse an einer Nachwuchsband: 1. Sie stammt aus Großbritannien. 2. Sie besteht ausschließlich aus jungen männlichen Musikern, die Bass, Gitarre und Schlagzeug spielen. 3. Ihr wurde bereits von der Insel-Presse das Etikett „next big thing“ aufgeprägt. Frankie & The Heartstrings erfüllen diese drei Kriterien mühelos – und überraschen doch mit so viel mehr. Gleich ihre erste Single „Ungrateful“ klingt nach dem charmanten Versuch einer Schülerband, Blondie mit Pulp zu kreuzen. 

„Hunger“ heißt das Debütalbum des Quintetts aus Sunderland, einer industriellen Hafenstadt im Nordosten Englands. Passenderweise sieht man auf dem Cover spielende Kinder in einem Arbeiterviertel. „Es ist der Ort, in dem wir zur Schule gegangen sind. An jeder Ecke hingen Punks ab“, erklärt Bassist Dave Harper. Doch statt herumzulungern, haben sie lieber Musik gemacht. „Wir wollten von Anfang an wie die Bands klingen, die wir selbst hörten: The Smiths, The Jesus And Mary Chain, Prefab Sprout“, sagt Sänger Frankie Francis.

Frankie & The Heartstrings gehören zu einer Strömung von jungen, kultivierten Bands, die den britischen Soul der 80er-Jahre wiederbeleben. Ihre Glorifizierung der Dekade wirkt dabei manchmal ein bisschen aufgesetzt, manchmal etwas unsicher, als hätten Frankie & Co nicht genügend Selbstbewusstsein. Andererseits sind solch unschuldige Allüren eine Seltenheit im Popgeschäft geworden. 

Mit Edwyn Collins konnten Frankie und seine Heartstrings eines ihrer Idole als Produzenten gewinnen. Bis Mitte der 80er-Jahre war Collins Kopf der Band Orange Juice, deren Alben heute in die Galerie britischer Pop-Meisterwerke gehören. Nach zwei Schlaganfällen im Jahr 2005 ist er so weit genesen, dass er neben seiner Solokarriere Zeit fand, um die Aufnahmeregie zu „Hunger“ zu übernehmen – immer dabei: seine Frau Grace Maxwell. „Sie waren wie Mutter und Vater für uns“, erinnert sich Gitarrist Michael Knight.

Auf die Frage, ob Gitarrenbands vom Aussterben bedroht sind, schüttelt Frankie vehement den Kopf. „Jungs wollen einfach in Bands sein!“ 

Hier der Clip zum Titeltrack „Hunger“:

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