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Mark Knopfler „Get Lucky“

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Wenn Sie diese Zeilen lesen, hat Mark Knopfler unlängst seinen 60. Geburtstag gefeiert. Für Knopfler spielt das vermutlich keine große Rolle; Zeit vergeht hier nicht wirklich linear, setzt sich aus Rückschau und Einkehr genauso zusammen wie aus turnusmäßigem Aufbruch und einer fortschreitenden musikalischen Bestandsaufnahme. Knopfler ist nicht langsam, weil er apathisch wäre, sondern weil er nachdenkt. Kaum über sich selbst, eher über die Geschichte; Knopfler erinnert sich, verwebt historische Ereignisse, nimmt Fäden auf und vergewissert sich so der Gegenwart.

Vergewisserung: Das Wort kommt einem auf „Get Lucky“ noch mehr in den Sinn als zuletzt. Knopfler spielt hier alles, was er kann. Wohl ist die Folklore der rote Faden, der sich durch das Album zieht. Der Opener „Border Reiver“, das an „Brothers In Arms“ erinnernde „Before Gas And TV“, das summend schunkelnde „Piper To The End“ sowie diverse andere Songs leben von Fiddle, Akkordeon, Mandoline und Flöten, die Musik bebt und schwärmt wie bei Van Morrison und den Chieftains. Doch drum herum bestellt Knopfler noch seine anderen musikalischen Äcker.

„You Can’t Beat The House“ ist weißer Blues, „Monteleone“ ein wunderschöner Walzer voller Romantik und gutem italienischen Wein. „Cleaning My Gun“ ist die Sorte Rockmusik, die Knopfler eben so kann – der Riff ist in Watte gepackt, Knopfler singt und soliert wie in Gedanken. Und „Hard Shoulder“ ist eine tränendicke Soul-Ballade, sieh mal einer an. Knopfler bringt mit „Get Lucky“ sein solistisches Werk auf den Punkt. Das gesamte Repertoire ist in weiche, von innen erleuchtete Melancholie getaucht; die Melancholie von einem, der das Leben jetzt schon eine ganze Weile ansieht und in ihm eine tiefe Wehmut entdeckt hat. Bezaubernd.

Jörn Schlüter

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