Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search
Top-Themen

Mark Knopfler “Get Lucky”

Kommentieren
0
Email
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von

Wenn Sie diese Zeilen lesen, hat Mark Knopfler unlängst seinen 60. Geburtstag gefeiert. Für Knopfler spielt das vermutlich keine große Rolle; Zeit vergeht hier nicht wirklich linear, setzt sich aus Rückschau und Einkehr genauso zusammen wie aus turnusmäßigem Aufbruch und einer fortschreitenden musikalischen Bestandsaufnahme. Knopfler ist nicht langsam, weil er apathisch wäre, sondern weil er nachdenkt. Kaum über sich selbst, eher über die Geschichte; Knopfler erinnert sich, verwebt historische Ereignisse, nimmt Fäden auf und vergewissert sich so der Gegenwart.

Vergewisserung: Das Wort kommt einem auf “Get Lucky” noch mehr in den Sinn als zuletzt. Knopfler spielt hier alles, was er kann. Wohl ist die Folklore der rote Faden, der sich durch das Album zieht. Der Opener “Border Reiver”, das an “Brothers In Arms” erinnernde “Before Gas And TV”, das summend schunkelnde “Piper To The End” sowie diverse andere Songs leben von Fiddle, Akkordeon, Mandoline und Flöten, die Musik bebt und schwärmt wie bei Van Morrison und den Chieftains. Doch drum herum bestellt Knopfler noch seine anderen musikalischen Äcker.

“You Can’t Beat The House” ist weißer Blues, “Monteleone” ein wunderschöner Walzer voller Romantik und gutem italienischen Wein. “Cleaning My Gun” ist die Sorte Rockmusik, die Knopfler eben so kann – der Riff ist in Watte gepackt, Knopfler singt und soliert wie in Gedanken. Und “Hard Shoulder” ist eine tränendicke Soul-Ballade, sieh mal einer an. Knopfler bringt mit “Get Lucky” sein solistisches Werk auf den Punkt. Das gesamte Repertoire ist in weiche, von innen erleuchtete Melancholie getaucht; die Melancholie von einem, der das Leben jetzt schon eine ganze Weile ansieht und in ihm eine tiefe Wehmut entdeckt hat. Bezaubernd.

Jörn Schlüter

Kommentieren
0
Email

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel
  • Ups..
    The Rolling Stones: Tod von Brian Jones neu untersucht?

    Offiziellkam Brian Jones, damaliger Lead-Gitarrist der Rolling Stones, bei einem Unfall ums Leben. Doch Gerüchte, dass er ermordert wurde, halten sich hartnäckig. Nun sind neueDokumente aufgetaucht, die eine Straftat beweisen sollen.

Weiterlesen
  • Mark Knopfler
    Mark Knopfler
    9. April 2015

    Mark Knopfler ist einer der erfolgreichsten britischen Musiker und Gitarristen. Der Kopf der Band Dire Straits verkaufte insgesamt rund 120 Millionen Alben.

  • Smashing Pumpkins Gish
    The Smashing Pumpkins - Siamese Dream & Gish (Deluxe…
    14. Dezember 2011

    Wenn man heute an die traurige Roadshow denkt, die Billy Corgan mit einigen Musikern als Smashing Pumpkins veranstaltet, wird man sich die Anfänge kaum vorstellen können. “Gish” (★★★★) erschien 1991 vor “Nevermind”  und überführte Hardrock und Psychedelia in eine Form, die bald “Alternative Rock” genannt wurde. Corgan, Sohn eines Jazz-Musikers aus Chicago, bewunderte Black Sabbath […]

  • White Lies - Big TV
    23. August 2013

    „Big TV“ von White Lies ist kein bisschen erträglicher als Musik von Nickelback, wobei man über eine klischeeüberfrachtete Rock-Pfeife wie Chad Kroeger wenigstens herzhaft lachen kann. Und nein, diese Aussage nehme ich auch unter Androhung äußerster seelischer Gräueltaten (ein Buch von Paulo Coelho lesen, alle Teile von „Eis am Stiel“ gucken etc.) nicht zurück. Angedeutet […]

  • Jeff Beck Emotion And Commotion Cover
    Jeff Beck - Emotion & Commotion
    13. April 2010

    Jeff habe “alles in seinen Händen”, sagt Eric. Clapton muss es wissen, schließlich gab er Beck schon bei den Yardbirds die Klinke in die Hand, bevor sie jüngst für einige Konzerte wieder zusammenfanden. Jeff Becks Karriere hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Dem “Best Rock Instrumental”-Grammy für “A Day In The Life” (auf “Live At Ronnie […]

  • Klaus Hoffmann
    Klaus Hoffmann - Berliner Sonntag
    5. Oktober 2012

    Über seine Heimatstadt hat Klaus Hoffman schon oft gesungen.  Berlin ist neben dem Werk von Jacques Brel sein Lebens-Sujet. Diese Lieder zwischen Chanson und leichtem Jazz, Melancholie und Sehnsucht sind Selbstvergewisserung und Erinnerung: Schlüterstraße, Ecke Kant, die Frauen, der erste Auftritt in einer muffigen Bude 1968, der Puff, das Theater, das Kummerkäuzchen, Halensee, Curry am […]

Kommentar schreiben