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Mille Petrozza von Kreator zum Thema Urheberrecht

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In unserer Reihe „Copyright or wrong?“ beziehen Künstler aus Deutschland Stellung zum Thema Urheberrecht. Nach dem einleitenden Beitrag von Ekki Maas von Erdmöbel, dem Statement von Frank Spilker, Phillip Boa, Bela B., Inga Humpe, Smudo und Alec Empire und Tom Liwa werfen wir heute mal einen Blick in eine andere Genreschublade und auf das, was Mille Petrozza von Kreator zu sagen hat. Das neue Studioalbum von Kreator „Phantom Antichrist“ erscheint am 01. Juni.

Neu ist das Problem der Musik-Piraterie ja nun nicht gerade, aber durch Svens Wutanfall (übrigens einer der schönsten Spontan-Eruptionen ever) und die Lösungsvorschläge unserer lieben Piratenpartei diskussionswürdig.

Unschön ist: Die Realität hat sich längst an die Gratis-Kultur-Flatrate-Landschaft angepasst und so müssen Musiker heute anstatt Musik zu machen, ihre kreative Energie damit verschwenden, sich Konzepte zu überlegen, die in Zukunft ihre materielle Existenz sichern werden. Kleinere Bands müssen so lange auf Tour gehen, bis sie niemand mehr sehen will und die Konzert-Tickets werden auch nicht günstiger.

Schön ist, dass durch die weltweite digitale Vernetzung kein Musikfreund mehr dazu gezwungen wird, sich wie zu Hochzeiten des Musikfernsehens, dem Diktat einer elitären Gruppe von Musikredakteuren zu unterwerfen. Jeder kann zu jeder Tageszeit seine eigene Video-Playlist am Rechner erstellen. Schön ist auch, dass Plattenfirmen nicht mehr überredet werden müssen, die Verpackungen von Tonträgern spektakulär zu gestalten. Und so entsteht zum Teil tolle neue Kunst im Bereich Artwork und Design. Physische Tonträger, werden somit wieder zu Sammler und Schmuckstücken. Gerade im Metal wird das schon seit Jahren zelebriert.

Ein Skandal ist es hingegen, dass nun irgendwelche Ahnungslosen antanzen und fordern, man solle die Früchte seiner Arbeit doch jetzt bitte verschenken. Und so kommt es heutzutage schon mal vor, dass man durch die penetrante Propaganda dieser Leute in Diskussionen verwickelt wird, in denen einem vorgeworfen wird, man sei rückwärtsgewandt und klammere sich an veraltete Strukturen. Klar, man kann die Uhr nicht zurückdrehen und wir werden uns nicht alle wie früher zum gemeinsamen Plattenhören treffen. Aber damit es in Zukunft Musik in vernünftig produzierter Qualität gibt, sollte man sich schon was besseres einfallen lassen, als das Urheberrecht abzuschaffen.

Keine Ahnung, wer das Chaos regeln wird. Die Experten von der Piratenpartei sicher nicht!

Hier die bisherigen Beiträge der Serie:

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Weiterlesen
  • Erdmoebel
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    Was ist uns Musik wert, in Zeiten von YouTube, Gratisdownloads und Internetpiraterie? Wie wichtig ist der Kampf ums Urheberrecht? Acht Musiker aus Deutschland beziehen im ROLLING STONE Stellung. Los geht unsere Serie mit einem Statement von Erdmöbel-Mitglied Ekki Maas.

  • Frank Spilker
    Frank Spilker zum Thema Urheberrecht
    27. April 2012

    "Mit dem Internet ist es irgendwie wie mit dem Tonfilm. Auf der einen Seite werden die Musiker arbeitslos, auf der anderen Seite will man aber auch nicht mehr darauf verzichten." Frank Spilker bezieht Stellung zum Thema Urheberrecht.

  • Phillip Boa
    Phillip Boa zum Thema Urheberrecht
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    "Zum Thema Kultur-Flatrate kann ich nur sagen, dass es sie bereits gibt. Spotify (oder Napster seit Jahren) ist längst eine Kultur-Flatrate. Flat eben. So übrigens sehen diese Abrechnungen in der Realität aus: 200.000 Streamings = ein Mittagessen!" Phillip Boa zum Thema Urheberrecht.

  • Smudo von den Fantastischen Vier
    Smudo zum Thema Urheberrecht
    4. Mai 2012

    "Ich begrüße jede Initiative, die das Bewusstsein dergestalt schärft, dass klar sein muss, das Komposition, Text oder Darbietung nicht ungeschützt gehandelt werden kann - auch im Sinne der Konsumenten." Smudo bezieht Stellung zum Thema Urheberrecht.

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