Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search
Top-Themen

A$AP Rocky Long. Live. A$AP

RCA/Sony

Kommentieren
0
Email
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von
Caption
Foto: RCA/Sony

Im Video zu Lana Del Reys „National Anthem“ gab A$AP Rocky voriges Jahr einen vorzüglichen schwarzen John F. Kennedy. Sehr sanft und sehr elegant zeigte sich der Rapper da, fast so, als käme er nicht aus Harlem, sondern aus East Hampton. Doch seine Umgangsformen und das Faible für teure Designerkleidung halten A$AP Rocky nicht davon ab, im richtigen Moment auf den Tisch zu hauen: „Leave a motherfucker laying still/ Bang him with the stainless steel“, tönt er auf seinem Debütalbum „Long. Live. A$AP“, das diesen dunkelhumoristischen Tonfall weitgehend durchhält.

Die Single „Fucking Problems“ hat bereits im Oktober auf das mehrfach verschobene Werk eingestimmt. Kendrick Lamar, Drake, 2 Chainz und A$AP Rocky ziehen da alle metaphorischen und sprachlichen Register, um zu belegen, dass ihre gemeinsame Vorliebe für „bad bitches“, nun wirklich kein „fucking problem“ ist. Bei weniger großen Könnern könnte das empfindlich in die Hose gehen, hier führt es zu sehr amüsanten Wortspielen: „They say money make a nigga act nigger-ish/ But at least a nigga nigger-rich“. Ja, da hat A$AP Rocky gut lachen – drei Millionen Dollar ließ sich RCA den Vertrag mit ihm angeblich kosten. Ich finde, es hat sich gelohnt.

In die Hölle lässt sich unser junger Held deshalb von keiner Geringeren als Santigold begleiten. Zu apokalyptischem Summen erzählt „Hell“ davon, wie es sich anfühlt, wenn man die schweren Stiefel eines Streetkids gegen die Krokodilleder-Loafers eines Rap-Stars tauscht, der seine Rolle noch nicht wirklich gefunden hat: „Cuz Heaven need a villain, like Hell need a newer idol.“

Es gibt viele Gäste auf „Long. Live. A$AP“. Der eher umstrittene, hier aber goldrichtig besetzte Skrillex hat „Wild For The Night“ als Nachtfahrt junger Bösewichter inszeniert. Man möchte ihnen nicht über den Weg laufen – aber gerne noch einen Moment länger zuhören, bei diesen wilden Gesängen. „Jodye“ überrascht mit orientalischen Streichern und erinnert überhaupt sehr an den geschätzten Kollegen SpaceGhostPurrp.

Die De-luxe-Version des Albums enthält auch noch ein etwas schmalziges Duett mit Florence Welch. Da hätte sich der junge Rocky aber besser für „Ridin’“ entscheiden sollen, eine Zusammenarbeit mit Lana Del Rey, die leider nicht auf dem Album gelandet ist.

A$AP Rocky klingt frisch und innovativ, aber auch mainstreamkompatibel genug, um Rihanna auf ihrer anstehenden Worldtour zu begleiten. Das Motto seiner Show dürfte klar sein: „All these motherfuckers wanna dress like me/ Put the chrome to your dome, make you sweat like Keith.“

Kommentieren
0
Email

Nächster Artikel

  • Ups..
    Marcos Valle Marcos Valle Schuld war nur der Bossa…
    3. April 2013

    Im Video zu Lana Del Reys „National Anthem“ gab A$AP Rocky voriges Jahr einen vorzüglichen schwarzen John F. Kennedy. Sehr sanft und sehr elegant zeigte sich der Rapper da, fast so, als käme er nicht aus Harlem, sondern aus East Hampton. Doch seine Umgangsformen und das Faible für teure Designerkleidung halten A$AP Rocky nicht davon […]

Vorheriger Artikel
  • Allen Stone Allen Stone

    Im Video zu Lana Del Reys „National Anthem“ gab A$AP Rocky voriges Jahr einen vorzüglichen schwarzen John F. Kennedy. Sehr sanft und sehr elegant zeigte sich der Rapper da, fast so, als käme er nicht aus Harlem, sondern aus East Hampton. Doch seine Umgangsformen und das Faible für teure Designerkleidung halten A$AP Rocky nicht davon […]

Weiterlesen
  • Ariel Pink
    Ariel Pink’s Haunted Graffiti - Mature Themes
    13. August 2012

    Man muss nicht gleich behaupten, dass Ariel Pink nun zu seinen Wurzeln zurückgekehrt sei. Von den verschrammten Spielereien seiner frühen Solowerke ist auch „Mature Themes“ weit entfernt. Aber wenn man „Before Today“, das letzte Album mit seiner Band Haunted Graffiti, als eine hypnagogische Übung in überproduziertem Softrock verstehen konnte, dann hört man ihn auf diesem […]

  • Alt-J- Albumcover von 'A New Wave'
    Alt-J - Fitzpleasure (Jim James Apple C…
    12. September 2012

    Alt-J debütierten auf ihrem Album „An Awesome Wave“ mit ihrem transzendenten Soundgewand überaus selbstbewusst. Sick, schoss einem da durch den Kopf, wenn man sich das alles so anhörte. Was absolut nicht negativ gemeint ist. Der Name kommt nerdie daher, ist ja auch der Shortcut für das Delta-Zeichen. Zumindest auf englischen Mac-Tastaturen. Der sich auf dem […]

  • How Does It Feel
    Klaus Theweleit (Hg.) - How Does It Feel –…
    27. April 2011

    Zu Bob Dylans 70. Geburtstag Ende Mai wird es wieder viele Gratulanten geben und wenig, was bisher noch nicht über den Songwriter, Dichter, Bilderstürmer, Mann der 1.000 Stimmen etc. gesagt oder geschrieben wurde. Gerade hierzulande hat man in den vergangenen Jahren das Gefühl, sogenannte Popkulturtheoretiker beschäftigten sich mit nichts anderem mehr als mit der Exegese […]

Kommentar schreiben