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A$AP Rocky Long. Live. A$AP

RCA/Sony

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Foto: RCA/Sony

Im Video zu Lana Del Reys „National Anthem“ gab A$AP Rocky voriges Jahr einen vorzüglichen schwarzen John F. Kennedy. Sehr sanft und sehr elegant zeigte sich der Rapper da, fast so, als käme er nicht aus Harlem, sondern aus East Hampton. Doch seine Umgangsformen und das Faible für teure Designerkleidung halten A$AP Rocky nicht davon ab, im richtigen Moment auf den Tisch zu hauen: „Leave a motherfucker laying still/ Bang him with the stainless steel“, tönt er auf seinem Debütalbum „Long. Live. A$AP“, das diesen dunkelhumoristischen Tonfall weitgehend durchhält.

Die Single „Fucking Problems“ hat bereits im Oktober auf das mehrfach verschobene Werk eingestimmt. Kendrick Lamar, Drake, 2 Chainz und A$AP Rocky ziehen da alle metaphorischen und sprachlichen Register, um zu belegen, dass ihre gemeinsame Vorliebe für „bad bitches“, nun wirklich kein „fucking problem“ ist. Bei weniger großen Könnern könnte das empfindlich in die Hose gehen, hier führt es zu sehr amüsanten Wortspielen: „They say money make a nigga act nigger-ish/ But at least a nigga nigger-rich“. Ja, da hat A$AP Rocky gut lachen – drei Millionen Dollar ließ sich RCA den Vertrag mit ihm angeblich kosten. Ich finde, es hat sich gelohnt.

In die Hölle lässt sich unser junger Held deshalb von keiner Geringeren als Santigold begleiten. Zu apokalyptischem Summen erzählt „Hell“ davon, wie es sich anfühlt, wenn man die schweren Stiefel eines Streetkids gegen die Krokodilleder-Loafers eines Rap-Stars tauscht, der seine Rolle noch nicht wirklich gefunden hat: „Cuz Heaven need a villain, like Hell need a newer idol.“

Es gibt viele Gäste auf „Long. Live. A$AP“. Der eher umstrittene, hier aber goldrichtig besetzte Skrillex hat „Wild For The Night“ als Nachtfahrt junger Bösewichter inszeniert. Man möchte ihnen nicht über den Weg laufen – aber gerne noch einen Moment länger zuhören, bei diesen wilden Gesängen. „Jodye“ überrascht mit orientalischen Streichern und erinnert überhaupt sehr an den geschätzten Kollegen SpaceGhostPurrp.

Die De-luxe-Version des Albums enthält auch noch ein etwas schmalziges Duett mit Florence Welch. Da hätte sich der junge Rocky aber besser für „Ridin’“ entscheiden sollen, eine Zusammenarbeit mit Lana Del Rey, die leider nicht auf dem Album gelandet ist.

A$AP Rocky klingt frisch und innovativ, aber auch mainstreamkompatibel genug, um Rihanna auf ihrer anstehenden Worldtour zu begleiten. Das Motto seiner Show dürfte klar sein: „All these motherfuckers wanna dress like me/ Put the chrome to your dome, make you sweat like Keith.“

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