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Bob Dylan Pure Dylan

Columbia

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Bob Dylan - Pure Dylan
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Foto: Columbia

Im letzten Monat füllte Bob Dylan im Doppelpack mit Mark Knopfler die deutschen Hallen. Zur Tour erschien diese Compilation, die sich sicher auch gut für den Gabentisch eignet. Es ist kein Blick auf die gemeinsamen Arbeiten der beiden Künstler vor mehr als 30 Jahren, aus der die wohlklingende Erweckungsplatte „Slow Train Coming“ und einige Stücke der „Infidels“-Sessions (allen voran das legendäre „Blind Willie McTell“) hervorgingen, aber irgendwie ist es doch eine Dylan-Platte für Knopfler-Fans. Alles Bedeutungsschwangere, Struppige, Widerständige wurde bei dieser Auswahl aus Evergreens und selten gehörten Fan-Favoriten ausgeblendet. Zudem liegt hier der Schwerpunkt auf Dylan, dem Sänger, nicht auf Dylan, dem Dichter (Anti-Nobelpreis?), was auch die bei dem Albumtitel „Pure Dylan“ eher irreführenden drei Coverversionen rechtfertigt.

Den Anfang macht mit „Trouble In Mind“, dem einzigen Stück, auf dem tatsächlich Knopfler mitspielt, eine kleine Rarität: Dylans Remake von Richard M. Jones‘ „Trouble In Mind“, 1979 eine B-Seite von „Gotta Serve Somebody“ und später in Todd Haynes‘ filmischer Dylan-Collage „I’m Not There“ zu Ehren gekommen. Auch die berückende Pianoversion von „Spanish Is The Loving Tongue“ dürfte für Fans von Interesse sein, handelt es sich doch nicht um die vor Schmalz triefende Version vom ungeliebten „Dylan“-Album, sondern um die Aufnahme, die 1971 als B-Seite von „Watching The River Flow“ erschien. Schöner, inniger als bei dieser Schnulze hat man Dylan selten singen gehört. Von „She Belongs To Me“, „If You See Her Say Hello“, „Every Grain Of Sand“ und „Born In Time“ hätte man sich ebenfalls statt der bekannten Album-Tracks die intimeren Outtake-Versionen gewünscht. Aber vermutlich wurde hier zugunsten der Durchhörbarkeit entschieden, denn die ist auf „Pure Dylan“ tatsächlich entscheidend. Alle Brüche sind aus dem Dylan’schen Werk herausfiltert, wenn „Shooting Star“ von 1989 auf „Billy 1″ vom „Pat Garrett & Billy The Kid“-Soundtrack folgt oder das Liebesgebet „You’re Gonne Make Me Lonesome When You Go“ fast nahtlos in das Sentiment von „Tomorrow Night“ mündet – die 18 Jahre, zwei Konvertierungen, ein gutes Dutzend Alben und zwei Scheidungen, die zwischen den Aufnahmen liegen, kann man allerdings in der Stimme erahnen. Wäre dies die Essenz des Dylan’schen Werkes, wäre er nicht bekannter geworden als, sagen wir: Gordon Lightfoot. Doch es ist durchaus angenehm, Dylan mal völlig befreit von der Last der Geschichte zu hören. (Sony) maik brüggemeyer

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