Die ganze Rock- und Popgeschichte auf einem Klick!
von Oliver Hüttmann
Foto:
Warner Brothers
Filmposter von "Oh Boy"
Eines der mutigsten, witzigsten, sinnlichsten deutschen
Kinowerke seit Jahren ist Gersters Spielfilmdebüt, das ähnlich wie
David Wnendts "Kriegerin" dem Zuschauer die Emotionen eines
zwiespältigen Charakters zumutet. Sein Porträt eines ziellosen
Endzwangigers enthält mehr Fragen als Antworten, zeigt eher, als
dass es bewertet, und stellt den klar strukturierten Erwartungen
der Gesellschaft ein diffuses Lebensgefühl gegenüber. Niko (Tom
Schilling) hat sein Jurastudium abgebrochen und nicht mal mehr
Kleingeld für einen Kaffee, da sein Vater (Ulrich Noethen) die
finanzielle Unterstützung streicht. So beginnt morgens ein
Streifzug bis in die Nacht hinein, bei dem er mit seinem
aufgedrehten Kumpel (Marc Hosemann) auf allerlei skurrile Leute
trifft und schließlich seiner einst missachteten ehemaligen
Mitschülerin (Friederike Kempter) begegnet. Mit seinen berückenden,
von einem Jazzscore unterlegten Schwarz-Weiß-Bildern ist Gersters
episodenhafte Tragikomödie pointiert wie "Coffee And Cigarettes"
von Jim Jarmusch, melancholisch wie Woody Allens "Manhattan". Von
Schilling glaubwürdig verkörpert, starrt der nachdenkliche
Verweigerer Niko mit leerem Blick auf die Absurditäten des Alltags
2013; und muss doch erkennen, dass er selbst ein selbstgefälliger
Sonderling ist.
Hier gibt's den Trailer zum Film:

