Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search
Top-Themen

Fleetwood Mac Box-Set: Peter Green’s Fleetwood Mac; Mr. Wonderful; The Pious Bird Of Good Omen

Sony

Kommentieren
0
Email
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von
Fleetwood Mac 3 Original Album Classics Artwork
Caption
Foto: Sony

Mitte der 60er Jahre waren die Blues Breakers nicht gerade das, was man einen Taubenschlag nennen würde. Der Nachwuchs kam und ging auch meist sehr bald wieder, einmal flügge geworden, für immer, und John Mayall musste ein ums andere Mal Anzeigen im „Melody Maker“ aufgeben, um neue Mitspieler zu finden. Mick Taylor ersetzte Peter Green, der Eric Clapton ersetzt hatte. Noch jede Band, zu denen sie abwanderten (oder die sie gründeten), sollte erfolgreicher als die des Chefs werden.

Was Peter Green zu „A Hard Road“ an Songs beisteuern durfte, waren die bestenfalls netten Gesellenstücke „The Same Way“ und der Roh-Entwurf zu „Black Magic Woman“ mit dem Titel „The Super-Natural“. Mit der furiosen Deutung von Freddie Kings „The Stumble“, die Dave Edmunds wenig später auf dem Debüt von Love Sculpture lieferte, konnte seine nicht mithalten. Große Klasse deutete Green allerdings bei „Someday, After Awhile (You’ll Be Sorry)“, der anderen Freddie-King-Nummer, an.

Als Mike Vernon ihn, Spencer und Schlagzeuger Mick Fleetwood erst einmal für sein neues Blue Horizon-Label verpflichtet hatte, ging er richtig zur Sache. Nicht nur, dass er die Sessions für das Debüt von Fleetwood Mac in den CBS-Studios unendlich besser produzierte als die von Mayall zuvor (keine verzweifelten Ping-Pong-Stereo-Mixes mehr). Was diese Band -Jeremy Spencer als die Reinkarnation von Elmore James – aus Blues-Klassikern machte, war grandios. Das Werk von Puristen, die öfter mehrere Anläufe nehmen mussten, bis Vernon zufrieden war. Am Ende bekam er, was er wollte, und die Platte kam auf Anhieb in die Top 5 der Hitparade.

Gerade einmal sechs Monate später veröffentlicht, erreichte „Mr. Wonderful“ (4) zwar nur Platz 10, war aber mit ein paar fabelhaften neuen Green-Kompositionen wie „Love That Burns“, Spencer wieder in Top-Form und Mick Fleetwood jetzt

weit besser eingespielt, das noch größere Album. Spötter begannen vom Ende des Blues-Booms zu faseln. Aber da waren die Herrn Keef Hartley, Rory Gallagher, Jeff Beck, Jimmy Page und andere vor, die sich von solchem Geschwätz nicht beeindrucken ließen.

„The Pious Bird Of Good Omen“ (3,5) war dann nur noch Resteverwertung: Neue Aufnahmen wurden mit älteren und einigen von Eddie Boyd (Fleetwood Mac als Begleiter) auf LP-Länge getrimmt (fehlen jetzt leider bei dieser Remaster-Version). Aber mit dem Little Willie John-Song „Need Your Love So Bad“ sowie einigen Green-Ohrwürmern („Black Magic Woman“ und „Albatross“), Jeremy Spencers Elmore-James-Klau „I Believe My Time Ain’t Long“ und einer überragenden Darbietung von dessen „The Sun Is Shining“ unterm Strich sicher nicht die übelste der frühen LPs. Genau genommen war Fleetwood Mac da schon zwei Bands: die von Green – und die von Spencer.

Kommentieren
0
Email

Nächster Artikel

  • Ups..
    Howlin‘ Wolf – The London Howlin‘ Wolf Sessions
    3. September 2004

    Mitte der 60er Jahre waren die Blues Breakers nicht gerade das, was man einen Taubenschlag nennen würde. Der Nachwuchs kam und ging auch meist sehr bald wieder, einmal flügge geworden, für immer, und John Mayall musste ein ums andere Mal Anzeigen im „Melody Maker“ aufgeben, um neue Mitspieler zu finden. Mick Taylor ersetzte Peter Green, […]

Vorheriger Artikel
Weiterlesen
  • Element Of Crime - Immer da wo du bist bin ich nie
    Element Of Crime – Immer da wo du bist bin ich nie
    3. September 2009

    Eine Element Of Crime-Platte zieht man an wie ein speckiges, an den Ärmeln zerschlissenes Jackett, in dessen Taschen noch Kinokarten und Kronkorken aus der Studentenzeit überlebt haben. Man zählt dabei wehrlos all die verlorenen Jahre und sieht sich in der Erinnerung traurig, träge und trunken in einer dunklen Kaschemme sitzen, wie auf einem dieser Fotos, […]

  • Brian Wilson - That Lucky Old Sun
    Brian Wilson – That Lucky Old Sun - Alles ist Harmonie
    3. März 2009

    Die Rückkehr Brian Wilsons zu jenem Label Capitol, bei dem er mit den Beach Boys seine ersten Platten veröffentlichte, war als Triumph geplant worden. Auf einer Terrasse des legendären Turms an der Vine Street wurde der Veteran in gleißender Sonne vor die Fotografen und Kameraleute geschoben, Mikrofone reckten sich ihm entgegen. Wilsons Gesicht blieb unbewegt, […]

  • Rollins Band - Nice
    Rollins Band – Nice
    3. September 2001

    Nett ist nun wirklich das Wort, das einem im Zusammenhang mit Henry Rollins als letztes einfällt. Intensiv, beeindruckend, stiernackig – ja. Nett – nein. Und keine Sorge, auch an der Rollins Band ist weiterhin nichts nett. Es wird immer noch auf alles eingeprügelt, was im Weg steht und wie ein Instrument aussieht, auf höchstem musikalischen […]

  • Macy Gray - The Trouble With Being Myself
    Macy Gray - The Trouble With Being Myself
    3. Juni 2003

    Dass das Problem mit Macy Gray ist, Macy Gray zu sein – der Meinung war zuletzt vermutlich nicht nur die Künstlerin selbst, sondern auch eine Reihe hier engagierter Musikfunktionäre. Nach ihrem fulminanten Einstieg mit dem überall bejubelten Debüt „On How Life Is“ wurde die seltsame Frau mit der seltsamen Stimme eigensinnig: Anstatt auf bewährte Produzenten […]