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Krokus Dirty Dynamite

Sony

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Foto: Sony

Es gab immer genügend Platz für eine Band neben AC/DC. Für Rückwärtsgewandte, die ebenfalls nicht loskamen vom Blues’n’Boogie, auf die hübschen Killernieten und Horns nun aber auch nicht verzichten wollten. Krokus waren die ersten in der Reihe. Die frühen Alben aus den Siebzigern muss man nicht kennen. „Metal Rendezvous“ und „Hardware“ goutierte man als erste Warnschüsse und bemerkte nicht zuletzt ihr gutes Sensorium für Haudrauf-Refrains. Aber „One Vice At A Time“ von 1982 traf dann voll ins Bullenauge, war genau das, was sie wollten, ein durch und durch gelungenes AC/DC-Coveralbum, nur mit eigenen Songs.

Es fehlte den Schweizern dann aber in den folgenden Jahren und Jahrzehnten an Konsistenz und Kontinuität. Irgendwann war jeder mal draußen und schließlich wieder drin. Anfang der Neunziger existierte Krokus eine Weile gar nicht mehr. Seit ein paar Jahren hat sich die erfolgreichste Mannschaft wieder zusammengefunden, u.a. mit Storace am Mikrofon, dem Krokus-Gründer Chris von Rohr am Bass und Fernando von Arb an der antikeisernen Leadgitarre. Der Vorgänger „Hoodoo“ war erdig, schnickschnacklos und groovte und shuffelte sich in die Herzen der Traditionalisten. „Dirty Dynamite“ klingt genauso souverän und altbacken. Da sind sie wieder, die perkussiven, abgestoppten, punktgenauen Riffs. Der Rhythmus tuckert immer noch wie Pa Waltons Pickup im Stand. Und Storace klingt im fortgeschrittenen Alter tatsächlich nach der gleichen Gosse, in der auch schon Bon Scott gelegen hat.

Mit dem Metal nimmt man es nicht mehr so ernst, hat offenbar weitaus mehr Spaß an schwankendem Boogie und staubigem Roots Rock, der nebenbei auch Guess Who, Status Quo und die ewigen Südstaaten-Haudegen Lynyrd Skynyrd und ZZ Top beerbt. Besonders gern lassen sie hier einen entspannten Off-Beat losgaloppieren, und dann zieht auch die unvermeidliche Slidegitarre wie ein Adler droben ihre Kreise. Am zwingendsten im Titelsong, der dann mit einem Barpiano noch etwas Spätwestern-Saloon-Atmosphäre hinzufügt, und im zupackenden „Rattlesnake Rumble“, in dem von Arb gekonnt die auf der Stelle tretenden, die Obertöne herauskitzelnden ZZ-Top-Leads plagiiert. Ein Sleaze-Rührstück ist mit „Help“ auch drauf. Kann man machen. Eine Uptempo-Nummer, in der noch mal so richtig die Pferde mit ihnen durchgehen, einschließlich Double-Bass und allem Schnick und Schnack, so grobe Richtung „Headhunter“, das wäre die adäquatere Alternative gewesen.

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