Moondog

The Viking Of Sixth Avenue

Seit seinem Tod vor sechs Jahren ist das Frühwerk des Louis T. Hardin aka Moondog auf einer verwirrenden Vielzahl von Vinylscheiben wiederveröffentlicht worden, in 7″-, 10″und 12″-Formaten. Leider ohne Quellenangaben oder sonstigen Informationen, die eine Einordnung des jeweiligen Materials ermöglicht hätte. Nun liegt mit dieser Doppel-LP erstmals eine Werkschau vor, die Moondogs Tondokumente der Jahre 1949 bis 1955 einem (hoffentlich) größeren Publikum vorstellt. Linernotes von Edwin Pouncey leisten dem Moondog-Novizen Verständnishilfe beim intellektuellen Verdauen dieser 36 Miniaturen aus Hardins höchst eigenem Musik-Alphabet, in dem die klassische Harmonielehre mit indianisch-synkopiertem Swing kollidiert und nicht zuletzt mittels Saxophon und Snare zum Tanzen gebracht wird. Moondogs Freund Charlie Parker liebte diese Beats, Leonard Bernstein kam vorbei, um dem skurrilen Straßenmusikanten auf der sechsten Avenue zu lauschen, Dylan und Zappa gehörten zu seinen Bewunderern. Bevor Moondog zum Darling der New Yorker Kunstszene avancierte und es zu einigem Ruhm brachte, als Columbia Recording Artist. Hier also die Genese, interessant illustriert und raffiniert gedruckt für haptischen Genuß. (Honest Jon’s Records)