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Pet Shop Boys Electric

Kobalt

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Foto: Pet Shop Boys - "Electric"

Gerade mal zehn Monate ist es her, dass Neil Tennant und Chris Lowe mit „Elysium“ ein gediegen melancholisches Alterswerk veröffentlichten. Kollege Arne Willander bilanzierte in seiner Vier-Sterne-Kritik im September 2012: „Nun umtreibt uns nur eine Furcht: dass die Pet Shop Boys irgendwann verschwinden könnten.“  In der Tat wäre es nicht verwunderlich gewesen, hätten sich die beiden Silver Ager – Tennant wird 59, Lowe 54 – locker fünf Jahre Zeit gelassen, um dann ein exzentrisches Operettenwerk nachzuschieben. Eingetreten ist das komplette Gegenteil.

„Electric“, das zwölfte Studioalbum des Duos, knallt ziemlich. Der wunderbar getragene „Requiem“-Song vom vergangenen Herbst war somit nur eine Episode: Der eben noch in seiner Weisheit müde gewordene Onkel hüpft von der Chaiselonge direkt auf den Dancefloor. Eine musikalische Dynamik, die in diesem Sommer von aufwendigen Festival-Auftritten der beiden zwischen Südamerika und Europa flankiert wird.

Das wieder im minimalistischen Design gehaltene „Electric“-Album enthält neun Songs, die teils arbeits­titelmäßig klingen wie etwa „Vocal“ oder „Thursday“, teils bittersüßen Weltwitz versprühen wie „Bolshy“ oder (noch besser!) „Love Is A Bourgeois Construct“. Zoot-Woman-Mastermind und Multi-Produzent Stuart Price stand hinter den Reglern, Springsteens „The Last To Die“ gibt’s als Coverversion, und UK-Rap-Talent Example gastiert auf „Thursday“. Die hardfacts deuten auf einen Kessel Buntes – und, ja, „Electric“ ist mehr Track-Sammlung als durchgehendes Konzept. Im Vorfeld hieß es (unbestätigt), dass das Songmaterial schlicht der Überhang aus dem „Elysium“-Kreativprozess wäre. Eine Art Reste-Essen mit tollen Zutaten. Die Single „Axis“ ist ein flächiger Synthie-Teppich mit modernisiertem „I Feel Love“-Pluckerbeat. „Shouting In The Evening“ lässt hochgepitchte Stimmfetzen tanzen. Zu wahrer Größe laufen die beiden aber bei den Vocalsongs auf, wenn etwa Springsteens stürmisches „The Last To Die“ mit Tennants näselnden Gesang zum milden Elektro-Rocker wird.

„Electric“, ein außerplanmäßiger Energieschub also, der weder Unflottes noch Grandioses erbrachte. Eine Übergangsplatte in die nächste Dimension.

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