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The Rolling Stones von The Rolling Stones

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Aus der Steinzeit

„Es war die Zeit meines Lebens“, schreibt Keith Richards in seinem Vorwort, „was für ein Leben, was für eine Zeit!“ Ein Wow, in dem vieles mitschwingt – Stolz natürlich, aber auch Selbstvergewisserung, Ungläubigkeit und Understatement. Ein Ausruf, dem sich Millionen in aller Welt emphatisch anschließen können, nicht zuletzt dank dieser Band, deren stilbildende Metamorphosen auf den darauf folgenden 350 Seiten in mehr als 1.000 Abbildungen höchst ansehnlich ausgebreitet werden. Dem Kunstkenner Charlie Watts oblag das Design dieses opulenten Bandes, die Selektion der strikt chronologisch geordneten Bilddokumente sowie deren knappe Kommentierung übernahmen die Jubilare gemeinsam.

Es sind repräsentative Fotos, durchaus wirkungsmächtig, indes kaum zu ikonografischer Überhöhung geeignet. Am Anfang zeigen fünf arrogante Rabauken, was sie sind. Blues nämlich, sonst nichts. Wir gewahren den Marquee-Gig am 12.Juli ’62, Auftritte im Crawdaddy, frühe Promo-Pics am Themse-Ufer, die erste Randale, das Quintett finster dreinblickend oder mit spöttischem Grinsen im Gesicht.

Dann die Jahre der Konfrontation und Provokation, die Stones in ihrer Glanzrolle als unbotmäßige Bürgerschreck, nun schon virtuos auf der Klaviatur medialer Empörung klimpernd. Im scheppernden Lärm ihres Rhythm & Blues verschmolzen Soul und Rock’n’Roll, vom Publikum wurde hernach nicht selten das Auditorium zerlegt. Es folgte die Pop-Periode, die Klamotten wurden farbiger, die Affronts androgyn, die Drogen halluzinogen. Bezeichnend, dass die psychedelische Phase nur en passant gestreift wird, wohingegen der anschließenden Americana-Ära nebst gefährlich dekadentem Lifestyle etliche Seiten gewidmet werden. Das restliche Fünftel des Wälzers visualisiert die Gigantomanie der Stadion-Shows, wo die osmotische Stilvielfalt unweigerlich zu Rock konvergierte. Dennoch sei das Grundgefühl stets Blues geblieben, beteuert Keith Richards, „und wenn wir spielen, zählt nur das Gefühl“.

In Mick Jaggers Tribut an die Fans, das wird manchen überraschen, klingt so etwas wie Rührung an, „die sich mit Worten kaum beschreiben lässt“. Ronnie Wood „genießt jede Sekunde“ als Stone, immer noch und immer wieder, und Charlie Watts ist schlicht „dankbar, dass es die Rolling Stones gibt“. Hey, so am I. (Prestel, ca. 50 Euro)

von Elijah Wald

Den faustischen Teufelspakt Robert Johnsons nimmt der Revisionist als Aufhänger für eine systematische Entmythologisierung des Blues. Wo Wald hinlangt, wächst keine Legende mehr. Nicht von ungefähr heißt sein Buch im Original „Escaping The Delta“. Dort sei „die Erfindung des Blues“ keineswegs zu verorten, vielmehr sei es Musikern dort wie überall vordringlich um Erfolg gegangen, ansonsten wurde man halt zu Blues marginalisiert. Abstrus im Allgemeinen, im Detail jedoch interessant, weil durchaus zum Nachdenken anregend. (Rogner & Bernhard, 20 Euro)

von Bernd Gürtler (Hg.)

Würde man Edgar Froeses Rat im Vorwort beherzigen, könnte man sich die Lektüre der fleißig zusammengetragenen Zitate schenken. „Man sollte Pink Floyd nicht zu verstehen versuchen“, heißt es da, „sondern sich von ihrem magischen Konzept bewegen lassen, Genialität zu konservieren.“ Wie das geht? Nun, bei Edgar funktionierte das so: „Nach den ersten Zügen besten roten Libanesen füllte sich auf einmal der Raum mit Klängen, die meine neuronalen Klangerfahrungen völlig auf den Kopf stellten.“ Yep, so müsste es klappen. (Palmyra, 18 Euro)

von Johnny Ramone

Dürftigste Tough-Guy-Prosa, infantil, erzreaktionär, unappetitlich. Johnny Ramones Motivation für dieses Punk-Ding war, genug Geld zu scheffeln, um schnell wieder damit aufhören zu können. Als er seine Memoiren schrieb, war er krebskrank, dem Tode nah. Er hasste das, weil es ihn „soft“ machte, zum Verlierer. Wie diesen liberalen Hippie Joey. Johnny bewunderte Hardliner, in einer Top-10-Liste seiner „Favorite Republicans“ tummeln sich die übelsten. (Abrams/Image, 25 Euro)

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