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Tim Neuhaus The Cabinet

Grand Hotel van Cleef VÖ: 11. März 2011

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Tim Neuhaus - The Cabinet
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Foto: Grand Hotel van Cleef

Der musikalische Kern ist meist nur noch ein winziger Teil der Wertschöpfungskette. Ebenso wichtig, nein, anscheinend wichtiger: die grelle Inszenierung von Interpret und Output und der Trommelwirbel in den Medien bei jedem einzelnen kreativen Pups. Der nächste Schritt: Popstar-AGs mit Shareholdern, die über die geplante strategisch-künstlerische „Neuerfindung“ befinden, um Dividendenkontinuität zu gewährleisten.

Einer wie Tim Neuhaus, und hier wäre der Trommelwirbel wirklich fällig, ist die Antithese. Keine effektvoll aufgebürsteten Nichtigkeiten und keine flankierenden Salven aus dem PR-Mörser. Sondern  mit Liebe zum Detail und zum Großen und Ganzen gebauter Songwriter-Pop voller Sixties-Referenzen, dabei klar mehr Burt Bacharach als Beatles. Warm-analog und smart zugleich die Klänge, die Neuhaus’ Mitstreiter auf Percussions, Bass, Keys und speziell Fender Rhodes beisteuern, dabei nie fade

blubbernd und kauweich, sondern stets rhythmisch prägnant und prägnant.

Neuhaus, hier meist an der Gitarre tätig, ist nebenberuflich Schlagwerker (Blue Man Group, Clueso), man hört das. Seine menschlichen Geschichten erzählt er mit heller, entspannt raunender Stimme, ohne dass er je ins Klischeehafte abglitte, weder textlich noch musikalisch. Die Single „As Life Found You“ berichtet, ohne Sentimentalität und durch ein drolliges Delay gebrochen, vom Ende einer Beziehung – und dem, was bleiben kann, wenn es gut läuft: „Even if I call you less now it’s not that I don’t care.“

In „5 Weeks“ begreift der Sänger die Zukunftslosigkeit, „when your heart guard locks out our close nights of five weeks“. „Fools“ ist das Opus Magnum des Hageners, erhabene, erhebende Kunst. Der Song über eine unvermeidliche Trennung, „all the time we try to keep it alive“, hat die rare Qualität, wie ein Soundscore durch persönliche Krisen zu führen. Ja, Trommelwirbel.

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