Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search
Top-Themen

Waxahatchee Cerulean Salt

Wichita/Pias

Kommentieren
0
Email
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von
Caption
Foto: Waxahatchee - "Cerulean Salt"

Katie Crutchfield schreibt Lo-Fi-Songs über das Ende der Jugend „Mir doch egal, ob ich zu jung bin, um unglücklich zu sein“, lautete im vergangenen Jahr Katie Crutchfields Motto auf „American Weekend“, ihrem Solo­debüt als Waxahatchee. Dort sang die damals 23-jährige Indie-Musikerin weltmüde, zweifelnde Songs mit raukehliger, zaghaft punkiger Stimme, wozu sie eine recht krude akus­tische Gitarre schrummte. Die Unfertigkeit des Sounds schuldete sich natürlich auch der Tatsache, dass sie das Album eingeschneit und abgeschnitten im einsamen Elternhaus am Waxahatchee-See in Alabama aufgenommen hatte.

Für „Cerulean Salt“ holt sie sich nun auch mal Mitmusiker und brutzelne Verstärker dazu, ohne den grundlegenden, ganz reizenden Lo-Fi-Charakter aufzugeben. Dafür hat nun das Unglück einen Namen: Vor allem plagt sie die Ödnisvision der bürgerlichen Zweisamkeit, die sie mit dem Erwachsenwerden verbindet und als Einschränkung der ungerichteten Bewegung fürchtet. Besonders apart hört sich das auf der gelayerten Kindermelodie von „Blue Pt. 2“ und dem verschrammten „Dixie Cups And Jars“ an, in dem sie von der Hochzeit einer Freundin erzählt, von Make-up wie Teer, billigen Sektflöten, Pappbechern und dem dringenden Bedürfnis, sich sofort irgendwohin davonzumachen.

Das forsche und mitunter ziemlich geräuschvolle Scheppern und Kratzen der Stücke erinnert manchmal an ihr großes Vorbild Cat Power, aber auch an die frühe Liz Phair. Dem manchmal aufsässigen Ton hört man wiederum auch an, dass Crutchfield mit ihrer Zwillingsschwester Allison seit der Schulzeit in DIY-Indie-Punkrockbands wie The Ackleys und den hübsch benamten P.S. Eliot spielte.

Was einen am meisten für Crutchfield einnimmt, ist jedoch die leichte Unbeschwertheit und Umstandslosigkeit dieser nüchtern-furchtsamen Lieder vom Ende der Jugend – und vom Willen, sich nicht widerstandslos zu ergeben. 

Kommentieren
0
Email

Nächster Artikel

  • Ups..
    SCHÖNER SUGARDADDY Michael Douglas
    3. Juli 2013

    Katie Crutchfield schreibt Lo-Fi-Songs über das Ende der Jugend „Mir doch egal, ob ich zu jung bin, um unglücklich zu sein“, lautete im vergangenen Jahr Katie Crutchfields Motto auf „American Weekend“, ihrem Solo­debüt als Waxahatchee. Dort sang die damals 23-jährige Indie-Musikerin weltmüde, zweifelnde Songs mit raukehliger, zaghaft punkiger Stimme, wozu sie eine recht krude akus­tische […]

Vorheriger Artikel
  • CSS Planta

    Katie Crutchfield schreibt Lo-Fi-Songs über das Ende der Jugend „Mir doch egal, ob ich zu jung bin, um unglücklich zu sein“, lautete im vergangenen Jahr Katie Crutchfields Motto auf „American Weekend“, ihrem Solo­debüt als Waxahatchee. Dort sang die damals 23-jährige Indie-Musikerin weltmüde, zweifelnde Songs mit raukehliger, zaghaft punkiger Stimme, wozu sie eine recht krude akus­tische […]

Weiterlesen
  • Robin Pecknold
    Robin Pecknold (Fleet Foxes) - 3 Songs
    30. März 2011

    Wo bald wieder alle von den Fleet Foxes reden werden, wenn ihr neues, großartiges Album „Helplessness Blues“ veröffentlicht wird, sollte man noch mal auf diese drei Songs hinweisen, die Sänger Robin Pecknold Anfang März über den Twitter-Acount der Band zum Download stellte. Aufgenommen wurden diese Songs in L.A., gemeinsam mit Songwriter Noah Georgeson und im […]

  • MS MR - Secondhand Rapture
    14. Juni 2013

    Schaltet man dieser Tage das altehrwürdige „Radio One“ der BBC ein und erwischt dabei nicht gerade einen Titel aus den Dance-Charts, dann trifft man mit ziemlicher Sicherheit genau auf den Sound, der auf „Secondhand Rapture“ vorherrscht: leicht schwüls-tiger Gothic-Pop mit Spurenelementen von Folk oder TripHop. Wenn sich nicht Florence Welch höchstpersönlich die Ehre gibt, dann […]

  • The Low Frequency - Pop Obscura
    12. Dezember 2013

    „A timeless, song and vocals oriented artpop album for a seasoned audience“, so möchten Low Frequency In Stereo ihr neues, fünftes Album verstanden wissen. Entsprechend verzichten die Norweger auf einige der Fuzz-Attacken, die ihr fabelhaftes letztes Album geprägt haben. Milder, aber nicht weg: Schon beim zweiten Lied, „Colette (Subie Subie)“, krächzt links eine dieser typischen […]

  • Tiga
    Tiga - Sexor
    3. Februar 2006

    Der Schöne aus Montreal war schon mal ein Star, als 2002 die theatralisch-tussige Electroclash-Mode ausbrach. „Sunglasses At Night“ und „Hot in Herre“ waren Tigas Cover-Hits, und daß er jetzt tatsächlich noch mit einem so herrlichen Album kommt, ist eine Super-Überraschung: Disco-Drums und tapsende, fluffende, penibel vor sich hinrechnende Sequencer, ein warmer Ort zwischen Schwulen-Club, Italo-Disco, […]

  • Van Morrison - Moondance
    Van Morrison – Moondance
    16. April 2009

    Musikalisch weniger freigeistig als „Astral Weeks“, war „Moondance“ eine Rückbesinnung auf Morrisons Wurzeln im Rhythm & Blues. Getragen von einer Soul-Stimme, die beherzt zupacken konnte, und einer wunderbar organischen Produktion, begeistern „And It Stoned Me“, „Crazy Love“ oder „Caravan“ noch heute. Erst recht, wenn das Mastering auf analogen Ur-Quellen beruht und von Könnern wie Kevin […]

Kommentar schreiben