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Rolling Stone Weekender: Die Empfehlungen der Redaktion

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An diesem Wochenende findet erneut der Rolling Stone Weekender in der Ferienanlage am Weissenhäuser Strand statt. Zur Einstimmung servieren wir Ihnen hier noch einmal die Fotos vom letzten Jahr und die persönlichen Empfehlungen für dieses. Alle Infos zur Veranstaltung und die Antwort auf die Frage, ob es noch Tickets gibt, finden Sie auf www.rollingstone-weekender.de – das komplette Line-up mit Zeitplan gibt’s hier.

Sebastian Zabel
Poliça, Freitag 18.45 Uhr, Baltic Festsaal
Zwei Schlagzeuger, ein vermutlich Jazz-Akademie-geschulter Bassist, ein Saxofonist – und Channy Leaneagh, die wundervolle Sängerin aus Minneapolis. Was auf Platte (“Give You The Ghost”, eines der besten Alben des Jahres) verhallt und moduliert klingt, wird von ihr live meist pur und ohne Effektgeräte gesungen. Dann erinnert sie eher an Sade als an Lauel Halo oder andere Elektroelfen. Aber an eine Sade mit Wumms – dafür sorgen schon die parallel gespielten Drums. Ein Must für ihre noch eher wenigen Fans, eine Entdeckung für alle anderen.

Und sonst so: Am Samstag um 14 Uhr findet im Rondell ein Talk-Runde mit der gesamten Redaktion statt. Wir freuen uns auf Sie!

Arne Willander
Jacqueline Blouin, Samstag 15.15 Uhr, Rondell
Unter den jungen Songschreiberinnen ist sie die heißkalte Frau, eine franko-kanadische Schweizerin, die alle Klischees unterläuft: Jacqueline Blouin singt ihre Lieder mit unerbittlicher Ironie und tödlicher Theatralik, mit dem Gefühl für die Pointe und dem Gespür für die unvergessliche Melodie; Folk- und Americanahaftes werden konterkariert von Balladeskem, Kunstlied und Chanson. Zärtliche Bestien. Man schaut in ihre Songs wie in lockende Abgründe – und die Songs blicken fest zurück. Auf dem Mini-Album “Mirror Games” ist Jacqueline Blouin die Königin der Ambivalenz – und ein wenig auch die kokette Drama Queen und Megäre, wenn sie etwa boshaft “Burn, Bambi, Burn” hext und in “Black Coffee” und “Channel” melancholisch-sarkastisch den Ennui des Alltäglichen betrauert. Vollends erschütternd ist “Mirror Games”, ein virtuoses Gesangsdrama zu Piano und Cello, das alles übertrifft, was so großartige Musikerinnen wie Soap&Skin, Marissa Nadler und Tift Merritt singen. “My Self-Destroyed Self” ist eine Art “Purple Rain” in der Version von Emmylou Harris, gespielt von Neil Youngs Stray Gators. Jacqueline Blouin ist ungefähr 25, sie singt wie die Piaf und sieht aus wie gemalt. Doch Obacht, sie hat den Humor von Bette Davis und den Zynismus von Lauren Bacall. Uns erwartet also ein Wechselbad der Gefühle. Sagen Sie nicht, man hätte Sie nicht gewarnt!

Und sonst so: Die Stände mit wunderbaren Schallplatten geben mir ein Gefühl von Heimat wie sonst nur schwarzweiße Fotos aus der “taz”-Redaktion von 1980. Wenig ist schöner als das Blättern in diesem Gedächtnis aus Vinyl.

05 My Self-destroyed Self by Jacqueline Suzanne Blouin

Birgit Fuß
Kettcar, Freitag 19.15 Uhr Zeltbühne

Wenn die Anreise geschafft ist, das Apartment bezogen und das Frühstück für den nächsten Tag eingekauft, dann kommt auch schon – nach den wunderbaren Tindersticks – meine Lieblingsband an diesem Wochenende: Kettcar. Ich werde jedenfalls mit trostlosen Helden und stolzen Versagern, mit verkannten Genies und vergessenen Denkern im Zelt stehen und mich freuen, dass ich einige Songs vom schönsten Album des Jahres 2012 noch mal live hören kann. “Du gehst, wie du kommst”? Eher nicht, nach Kettcar-Auftritten ist man immer ein bisschen glücklicher als vorher.

Und sonst so: Die Ausgeschlafenen gehen Samstagmittag zu Maik Brüggemeyers Lesung im Witthüs. Keine Gitarren, kein Schlagzeug, kein Krach – Literatur ist doch viel besser als Musik, wenn man gerade aufgewacht ist (und vielleicht einen Kater hat).

Maik Brüggemeyer
Van Dyke Parks, Freitag 20.45 Baltic Festsaal

Eigentlich wünscht man ihm ja ein großes Orchester an die Seite, damit er seine Kompositionen in voller Pracht aufführen kann, doch auch im kleinen Rahmen, am Klavier, mit Rhythmusgruppe, ist es ein Erlebnis, den Schöpfer von Werken wie “Song Cycle”und “Jump!” zu erleben, der schon bei Albert Einstein auf dem Schoß saß, mit Brian Wilson das “Smile”-Album schrieb und vermutlich als einziger Mensch auf der Welt erklären kann, was Buffalo Springfield bedeutet. Umso mehr, wo er doch in den letzten Monaten einige großartige Singles veröffentlicht hat. Und sonst so: Wenn am Samstag zur Mittagszeit das Spaßbad überfüllt seien sollte – ich lese im Witthüs ein bisschen Unterhaltungsliteratur vor. Ich erkläre da zum Beispiel, warum “Silly Love Songs” der beste Song aller Zeiten ist (naja, so ungefähr) und warum Lukas Podolski besser ist als Jonathan Meese. Auch Fragen zum neuen Scott-Walker-Album beantworte ich gerne. Würde mich freuen, wenn der ein oder andere vorbeikommt.

Daniel Koch
Mark Lanegan & Band, Samstag 21.15 Uhr, Zeltbühne
Ich weiß ja bis heute nicht, was daran so faszinierend ist, auf einen stoischen Stiesel zu starren, der mit minimalem Körpereinsatz am Stehmikro klebt. Wobei man einschränken müsste, dass das nur bei Mark Lanegan so gut funktioniert. Liegt sicher an diesem speziellen Organ, dass sich durch die Schädeldecke raspelt, und sich dann vom Hirn zum Herz durchfräßt. Bleibt am Ende nur die Frage, welche Stadt man nach “Hit The City” heimsuchen soll? Hamburg ist ja dann doch recht weit weg…

Und sonst so: Traditionell trifft sich die Online-Redaktion mit den anwesenden Moderatoren des ROLLING STONE-Forums zum Essen im Dschungelrestaurant. Immer wieder ein Highlight, wenn dann bei Diskussionenüber technische Arbeiten, der Restaurant-Elefant von der Seite blökt und der an der Decke turnende Affe munter vor sich hin keckert.

Lena Ackermann
Bat For Lashes, Freitag 21:45 Uhr, Zeltbühne
Auch wenn Natasha Kahn weder mit BMX-Rad über die Bühne brettern noch mit dem Transvestiten aus dem aktuellen Video über die Zeltbühne schweben wird – dramatisch wird es bestimmt werden. Ob sich Kahn nun aus einem roten Samt-Cape schälen oder mit Blümchenkleid auftreten wird ist auch ganz egal – es wäre in ja doch nur Beiwerk zu ihrer – ja! “herzzerreißenden” Stimme.

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