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So waren Grizzly Bear und Villagers in der Essigfabrik in Köln

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Gaben die vier New Yorker von Grizzly Bear 2009 ihr letztes Konzert in Köln noch in der wohligen Wärme der neogotischen Kulturkirche, spielten sie nun anno 2012 in der industriell-zweckmäßigen Essigfabrik, ein kalter Ort am Deutzer Hafen, der fast verloren wirkte zwischen den beiden riesigen Mühltürmen der Auroa-Werke. Nebenan fand das Kölner Herbst-Volksfest statt, das mit seinen hell leuchtenden und bunt blinkenden Fahrgeschäften im ungemütlichen Nachtregen die Szenerie merkwürdig surreal erscheinen ließ – ein wenig wie die Joker-Parade in Tim Burtons „Batman“.

In der Essigfabrik war zum Glück nichts zu spüren von der Anwesenheit des Jokers, statt dessen eröffneten die Villagers musikalisch in wohliger Manier den Abend. Die Band um Conor O’Brian zeigte gut 40 Minuten lang, warum sie eigentlich als Support Act verschwendet ist: Auf hohem Niveau verband sich melodisches Songwriting mit energetischem Spiel. Man darf sich durchaus freuen, wenn die fünf Iren im Februar nächsten Jahres erneut nach Köln kommen.

Gekommen war das Publikum am heutigen Abend allerdings für Grizzly Bear, jene Band, die es spätestens seit ihrer für Werbeclips (u.a Peugeot, VW) genutzten Single „Two Weeks“ zu größerer Bekanntheit gebracht hat. Entsprechend gedrängt ging es daher zu, geschätzte 500 bis 600 Besucher wollten sehen, wie der Band die Live-Umsetzung ihres neuen Album „Shields“ gelingt.

Um es vorweg zu nehmen: Die Live-Performance entsprach wenig überraschend dem Klang ihres aktuellen Longplayers: Greifbar, ohne allerdings auf die liebgewonnenen Schnörkel zu verzichten. Die verschrobenen und verwobenen Ausflüge wurden im vergleich zur letzten Tour weniger, die elegischen und mehrstimmigen Chorale leiser, die folk-weirdness verschwindet gänzlich. Zugänglicher wurde es, könnte man auch sagen.

Waren Grizzly Bear mit „Veckatimist“ im Pop angekommen, haben sie es sich nun mit „Shields“ hier bequem gemacht. Vom Konzert-Opener „Speak in Rounds“ über die beiden besten Tracks des Albums „Sleeping Ute“ und „Yet Again“ bis hin zu „Sun in Your Eyes“ konnte man bereits eine Art Routine hören, in der die Kammerpop-Helden sich mittlerweile bewegten, sogar auf die älteren Stücke (u.a. „Cheerleader“, „Ready, Able“ oder – na logisch: „Two Weeks“), färbte sie sich ab. Doch funktionierte das Spiel der Vier aus Brooklyn trotzdem: Das Publikum erlebte eine Band, deren Live-Faszination weiterhin darin besteht, ihre Sound-Ideen vor allem über das Kollektiv auszudrücken. Schade nur, dass die Akustik der Essigfabrik den feingliederigeren Passagen darunter nicht vollends gerecht wurde für diese Sound-Ideen – es fehlte das Räumliche, was den Kammerpop Grizzly Bears erst richtig zum Leben erweckt.

So konnte die Band an diesem verregneten Kölner Abend ihrem letzten Besuch in der Stadt schlussendlich nichts hinzufügen. Bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Mal die Wahl wieder auf neogotische Romantik fällt, statt auf industrielle Zweckmäßigkeit.

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