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The Newsroom: die heissesten Nachrichten

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Die Geschichten werden bizarrer, Starregisseure drehen Episoden, Superstars kämpfen um Hauptrollen. Löst die Fernsehserie tatsächlich den Kinofilm als Maß aller Dinge ab? Zwar ist das Ritual des Gemeinsam-Schauens obsolet, doch dem Reiz der Serie verfallen immer mehr Menschen: Sie machen uns süchtig mit ihren komplexen Spannungsbögen, Rätseln und Verzögerungstaktiken. Seriengucker sind Einzelkämpfer, Trüffelschweine in der Bilder-Bonanza. Wir werden in den nächsten Tagen einen Blick auf unsere liebsten Serien werfen. Den Anfang macht Breaking Bad. Alle Infos zum Serien-Special gibt es hier.

Ausgerechnet am 1. Mai 2011 ist Will McAvoy stoned. Es ist der Tag, an dem Barack Obama verkünden wird, dass Osama bin Laden erschossen wurde. ACN-Anchorman McAvoy hetzt von einer Party ins Studio, faselt fröhlich Blödsinn – und sie müssen ihm Zettel mit der Aufschrift „Osama = Bad“ und „Obama = Good“ hinlegen, damit er die Namen nicht verwechselt. Doch als „News Night“ auf Sendung geht, und McAvoy – ein paar Minuten bevor Obama ans Pult tritt – seinen Zuschauern bereits verrät, dass bin Laden tot ist, hat er sich auf einmal in den souverän-seriösen Nachrichtenmann zurückverwandelt.

Aaron Sorkin, der sich McAvoy und die HBO-Serie „The Newsroom“ ausgedacht hat, ist ein Klugscheißer. Einer, der einem schon die Politik („The West Wing“) oder das Internet (Drehbuch für „The Social Media“) erklärt hat, und der jetzt weiß, wie Journalismus geht. „The Newsroom“ erzählt aus dem Alltag einer TV-Nachrichtenredaktion, vom Idealismus und von moralischer Integrität. Doch weil keiner so kunstvoll klugscheißert wie Sorkin, verzeiht man ihm den erhobenen Zeigefinger auch diesmal.

Jeff Daniels war nie besser als in der Rolle des jovialen Anchormans Will McAvoy. Dieser steht zwar im Zentrum der Serie, die sich an den News-Stories des Jahres 2011 abarbeiten – von Ölpest bis Fukushima. Doch Sorkins Serie ist vor allem ein brillantes EnsembleDrama. „The Newsroom“ bringt virtuos das Politische und das Private, die Geschichten der viel zu netten Redakteurin Maggie (Alison Pill), der viel zu hübschen Wirtschaftsexpertin Sloan (Olivia Munn) und ihres viel zu guten Chefs Charlie (Sam Waterston) durcheinander. Und manchmal vergisst Sorkin sogar, dass er ja eigentlich erklären wollte, wie Journalismus geht

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