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111 Songs: Element Of Crime – „Draußen hinterm Fenster“

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111 Songs: Element Of Crime – „Draußen hinterm Fenster“

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In der Provinz hat man sich Berlin Anfang der Neunziger genau so vorgestellt: ein trostloser Hinterhof, ein irgendwie osteuropäisches Akkordeon, im dritten Stock übt einer Trompete, und ein kleines Kind spielt am Motor eines alten Subarus herum. Ein Oberkellner füllt Cognacflaschen um, ein Milchmann und ein Eisenbieger treten auf, und ein verkatertes Pärchen sitzt irgendwo auf verrosteten Campingstühlen.Mit hoher Kunstfertigkeit und feinem Sinn für das Absurde montiert Element-Of-Crime-Texter und -Sänger Sven Regener aus diesen Klischees in mürrisch-lakonischem Ton eine unglaublich komische, fast schon surreale Szene zusammen, die nicht nur ein bisschen an die großen Filme des finnischen Melancholikers Aki Kaurismäki erinnert.

Sollte man nicht meinen, dass Element Of Crime ihren Ursprung in einer Funkband hatten. Sie hieß Neue Liebe, und hier lernte Sven Regener Mitte der Achtziger Jakob Friderichs kennen, dessen Gitarre so etwas wie ein Trademark-Sound geworden ist. Den Namen ihrer Band borgten sie sich bei Lars von Trier aus, die Lieder klangen, als würden Velvet Underground die „Dreigroschenoper“ nachspielen. John Cale produzierte dann auch das zweite Element-Of-Crime-Album, „Try To Be Mensch“ von 1987. Ende der Achtziger begann Regener in seiner Muttersprache zu texten, und das erste deutschsprachige Album, „ Damals hinterm Mond“ von 1991, brachte der Band viele neue Fans. „ Draußen hinterm Fenster“, 1993 auf „Weißes Papier“ erschienen, ist das vielleicht stärkste unter vielen brillanten Liedern, die Element Of Crime in jener Zeit schrieben. Regener beweist seine komische Kunst und sein Gespür für absurde Szenen seit einiger Zeit auch als Romanautor. Der Erfolg seines Debüts „Herr Lehmann“ und der Verfilmung von Leander Haußmann mit Christian Ulmen in der Hauptrolle des Lehmann/Regener verhalf endlich auch den Hinterhof-Melancholikern Element Of Crime ganz nach oben in die Charts.

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