111 Songs: Pantha Du Prince – „Stick To My Side“


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Tatsächlich bringt Hendrik Weber alias Pantha du Prince das Bimmeln von Hunderten Glocken und Glöckchen auf den Dancefloor. Mit seinem dritten Album, „Black Noise“, gelingt ein Achtungserfolg auch abseits der elektronischen Szene. 2011 wird sein Werk mit dem Kritiker-ECHO ausgezeichnet. Die verspielte, aber traurige Interpretation des Minimal Techno findet international große Beachtung. Panda Bear von Animal Collective steuert den Gesang zu „ Stick To My Side“ bei, Tyler Pope von !!! und LCD Soundsystem spielt im Stück „The Splendour“ den Bass.

„Black Noise“ ist der Anfang einer im wörtlichen Sinne explorativen Spielart der Elektronik. Im 18. und 19. Jahrhundert vermessen Forscher wie Alexander von Humboldt unsere Welt, indem sie Insekten und Blumen zwischen Buchseiten legen. Hendrik Weber marschiert im 21. Jahrhundert in der Schweiz umher. Mit einem Tonaufnahmegerät kartografiert er dort Wälder und Berge. Diese Geräusche ergeben schließlich „Black Noise“. Bröckelnde Steine rollen die Karstlandschaft herunter, während Weber Bass-Drums, Glocken und zurückhaltende Bässe dazwischenarrangiert. „Why stick to the things that I’ve already tried?“, fragt die Stimme von Panda Bear in Webers Song und beschreibt damit seine Agenda: Pantha du Prince ist eine Neuordnung der Elektronik. Mit „Elements Of Light“ gab er dann wieder dem Experiment, dieser antiquiert romantischen Versuchsanordnung der Naturwissenschaftler, einen Platz in der modernen Musik.

Mit dem Glöckner des Osloer Rathauses und anderen Musikern gründet Pantha du Prince The Bell Laboratory. In schwarzen Kutten, weißen Hemden und grauen Schürzen, hinter Rauch und Leinwänden erforscht er die Tiefen und Grenzen des Techno, die schon lange weiter auseinander liegen als die Pillen zwischen Men’s und Ladies’ Room.