Abba: alle Alben im Ranking


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Mit welcher Art Song schickt man sich an, den Welt-Hit des „Arrival“-Albums, der „Dancing Queen“-Single zu wiederholen? „Take A Chance On Me“ schaffte es in den USA nur auf die Drei, aber das kathedralisch aufgebaute Lied mit A-Capella-Intro ist sicher ihr komplexestes – hat es nun drei verschiedene Strophenmelodien oder drei verschiedene Refrains? Lediglich „The Girl with the Golden Hair: Three Scenes From a Mini-Musical“ ist pompös wie sein Titel, Abba verheben sich mit dreiteiliger Bühnenmusik. In den UK-Jahrescharts mussten sie sich hinter der Disco von „Saturday Night Fever“ einreihen: Damit stand die Richtung ihres nächsten Werks, „Voulez-Vous“, fest.

Abba (1975)

Sieben von elf Songs als Singles, mehr als bei jedem anderen Album. Am Wichtigsten: der Euro-Rock von „Mamma Mia“, mit dem die Schweden – wie oft zu Karrierebeginn –fremdländischer Folklore mit touristischen Floskeln huldigten. Sowie „SOS“, das einen ähnlichen Sprung bedeutete wie einst „She Loves You“ der Beatles. An die Stelle der frühen Fab-Four-Singles aus „I“- oder „Me“-Sicht rückte damals eine weniger Ich-bezogene Perspektive – das Leben der Anderen. Abba wiederum legten mit „SOS“ erstmals eine dunkle Seite offen: Das Scheitern der gesamten Biografie, nicht nur, weil die Liebe verflogen ist, sondern auch die Beziehung zerbrochen. „SOS“ ist Ausdruck purer Orientierungslosigkeit – dieser Hilferuf kennt ja keinen festen Adressaten.

Waterloo (1974)

Die Geschichte des Siegs beim Grand Prix Eurovision de la Chanson ist einen Abenteuerroman wert. Nie zuvor glitzerte jemand beim Opa-Schlagerwettbewerb so wie dieses Doppelpärchen mit „Waterloo“, keiner hatte je danach diesen Swing. Es sprach also alles gegen Abba. Das Album hält dessen Niveau nicht ganz, aber „My Mama Said“ erinnert an den Prä-Disco-Funk von Sly Stone und war ihr erster cooler Song – die knarzende Bass-Line stammt von Rutgar Gunnarsson († 2015), der alle acht Millionenseller-Alben mit einspielte und wahrscheinlich der meistgehörte unbekannte Bassist aller Zeiten ist.

Schwächer

Ring Ring (1973)



ABBA: Björn Ulvaeus wird Präsident von Urhebergemeinschaft CISAC

ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus ist zum neuen Präsidenten der CISAC, der internationalen Vereinigung von Autorengesellschaften, ernannt worden und ist damit Vorsitzender des weltweit größten Netzwerks an Urhebern. Ulvaeus, der gemeinsam mit Benny Andersson zu einem der erfolgreichsten Songwriter-Duos aller Zeiten zählt, wurde in einer kürzlich abgehaltenen virtuellen Generalversammlung der CISAC zum neuen Präsidenten der Vereinigung auserwählt. Die CISAC, die mehr als 230 Verwertungsgesellschaften in über 120 Ländern vertritt, setzt sich international für mehr Rechte, höhere Tantiemen und insgesamt bessere Bedingungen für Urheber in den Bereichen Musik, audiovisuelle Medien, bildende Kunst, Theater und Literatur ein. Für die nächsten drei Jahre soll Ulvaeus nun den Vorsitz der…
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