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Happy Birthday, Arnie!

Die zehn besten Filme von Arnold Schwarzenegger


von

05. True Lies – Wahre Lügen (1994)

James Camerons größtes Liebesdrama, logisch, das war die Geschichte von Rose und Jack auf der „Titanic“ … aber drei Jahre zuvor gab es noch Harry und Helen (Jamie Lee Curtis), in dieser Agentenkomödie. Die höchst unterhaltsame Farce „True Lies“ handelt von einem Top-Spion (Schwarzenegger), der sich als Handelsvertreter ausgibt – die Hausfrau (Jamie Lee Curtis) ahnt nichts von seinem eigentlichen Job. Die Tagline ist ein Geniestreich: „When He Said I Do, He Never Said What He Did“.

Cameron gelingt das Kunststück, eine Geschichte über Vertrauen und Misstrauen, alte Liebe und neu entflammte Erotik mit Actionszenen auszustatten, und eben nicht das Umgekehrte anzustellen: ein Action-Vehikel für Arnie komponieren, der nebenbei seine Ehe retten muss. Der Mann aus der Steiermark brilliert als Haudrauf, der jedoch nicht weiß, wie er seine Hilflosigkeit im Privatleben bekämpfen kann. Er befürchtet, dass seine Ehefrau fremdgeht.

Als Harry die Abhörmethoden seines Agentenberufs einsetzt, kommt er einem Nebenbuhler auf die Spur, der sich ebenfalls eine doppelte Identität zugelegt hat. Bill Paxton ist darin in seiner vielleicht schönsten Rolle zu sehen. Er spielt einen „Geheimagenten“, der sich als hasenfüßiger Gebrauchtwagenhändler entpuppt. In einer urkomischen Szene führte Regisseur Cameron, heute Standard, damals neu, den Tagtraum als Comic Relief ein: In der Fantasie bricht Schwarzenegger dem Konkurrenten Paxton zack die Nase, eine Sekunde später sitzen beide wieder – Arnie ist in der Wirklichkeit angekommen – friedlich nebeneinander im Auto.

Natürlich gibt es auch einen Action-Plot in „True Lies“! Die Taskers jagen arabische Verbrecher, die in den Besitz von Atomsprengköpfen geraten sind. Gerade deren Anführer (Art Malik) ist ein Schussel. 1994 fiel in eine Zeit, in der solche Terroristen im Kino noch als Witzfiguren dargestellt werden konnten.

04. Predator (1987)

Es ist noch immer der Plot Change nach einer halben Stunde, der am meisten überwältigt: Aus der CIA-Geisel-Befreiungsaktion im Dschungel, zu der Dutch Schaefer (Schwarzenegger) und seine Leute aufbrechen, also aus einem absehbaren Kampf-gegen-Guerillas-Streifen, wird ein Sci-Fi-Film. Denn Arnie und Freunde bekommen es unerwartet mit einem gestrandeten Alien zu tun, für das Jagen der Lebenssinn ist.

Die Soldaten, darunter Shane „Lethal Weapon“ Black, Carl „Apollo Creed“ Weathers und Jesse „Gouverneur von Minnesota“ Ventura, machen die Expedition fast schon zu einem typischen Buddy Movie. Dazu gibt es wieder mal ein – wahrscheinlich vom Hubschrauber abgeschraubtes – Mega-Maschinengewehr, einen philosophierenden Indianer und coole One-Liner („Du bist so abgrundtief hässlich“). Regisseur John McTiernan machte hier alles richtig.

Natürlich ist es der Predator, ob mit oder ohne Tarnkappe, der zu einem der großen Hollywood-Monster aufstieg. Halb Rastafari, halb Weißbauch-Echse und ein ziemlich effizienter Killer mit fantastischen Laserwaffen. Dieser Außeridische würde nach seiner Premiere 1987 noch oft im Kino zu sehen sein und auch in Fan-Fiction, etwa Comics, weiterleben.


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03. Conan der Barbar (1982)

In John Milius’ Fantasy-Film feierte Schwarzenegger, österreichisch durch und durch, seinen Durchbruch als Star – aber noch nicht als Schauspieler. Er spricht darin kaum, aber das musste er wohl auch noch nicht. Den Rhythmus gaben Oliver Stones rasantes, Heist-artiges Drehbuch vor, dazu die Comicwesen (Thula Doom!) und Basil Poledouris’ musikalische Hymnen auf die Macht des Fleisches.

„Conan“ ist ein Werk, das die Überlegenheit des Stärkeren zelebriert und völlig ohne Ironie auskommt. Dass der betrunkene Arnie im Film einem Kamel den Kinnhaken verpasst, stieß damals keinem übel auf.


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02. The Terminator (1984)

Die Rolle des übermächtigen Cyborgs sollte ursprünglich an Lance Henriksen gehen. Schwarzenegger war für den Helden aus der Zukunft vorgesehen, Kyle Reese. Er las das Drehbuch und fragte: Warum spiele nicht ich die Killermaschine? Eine Kino-Legende wurde geboren, und Arnolds und Regisseur James Camerons Mut, den Conan erstmals als Bösewicht zu besetzen, wurde damit belohnt.

„Nice Day For A Walk“, „I’ll Be Back“ undundund: Die Sprach-Monotonie des Cyborgs war wie geschaffen für den damals 37-Jährigen, der nach dem „Terminator“ zum ernsthaften Konkurrenten von Sylvester Stallone aufstieg.

Lance Henriksen war als Roboter also abgemeldet – die Version „schmächtiger Antagonist“ wurde von James Cameron dann mit Robert Patrick für „Terminator 2“ umgesetzt.

Ein Blick aufs Kinoplakat (oben) offenbart, wie wenig die Produzenten der vertrackten Zukunftsvision vertraut haben müssen. So viel erklärenden Text sieht man selten.


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01. Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991)

Die Computer-Effekte waren natürlich revolutionär, und wohl in keinem seiner anderen Werke bot Regisseur James Cameron eine derart beeindruckende Steigerung aufeinander folgender Stunt- und Actionszenen – die sich doch ganz in den Dienst des Drehbuchs stellten. Aber „T2“ ist ganz klar Schwarzeneggers Film. Eine historische Leistung: Der furchteinflößende Cyborg aus dem ersten Teil wird in einen der größten Helden verwandelt. Heute lachen wir über den „Hasta la Vista“-Arnie – aber wie gewagt muss es vor Drehbeginn gewesen sein, dieser Figur solche flapsigen Worte in den Mund zu legen?

Vom ersten Moment an, als der T-800 vor der Bar seine Sonnenbrille zückt statt zuzuschlagen, sind wir bei ihm. Und bleiben es für den Rest des Films. Sein „Ich brauch’ mal Urlaub“ nach dem Finale ist einer der wohl gleichermaßen lustigsten, wie überraschendsten und natürlich auch erlösendsten Sprüche des Kinos.

Und der Schluss-Moment, als sein Terminator den Daumen zum letzten Gruß reckt? Eine der schönsten und mächtigsten Gesten, die man je von einer Maschine sehen konnte.

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