Morrissey

Morrissey kultivierte ein so stark von Provokation geprägtes Morrissey Morrissey mit Haustier auf dem Kopf…Morrissey MLK Image, dass die englische Musikpresse seine Solokarriere teils ignorierte, mindestens aber kontrovers diskutierte. Seine zynischen Texte behandeln Themen wie Tierrechte, Sexualität, unerwiderte Liebe oder Außenseitertum. Auf dem Kult-Status, den Morrissey schon während seiner Karriere mit der Band The Smiths erlangte, konnte er trotzdem aufbauen und veröffentlichte erfolgreiche Alben und spielte ausverkaufte Tourneen. Morrissey gilt als einer der Mitbegründer der Independent-Musik.

Der Brite Steven Patrick Morrissey wurde 1959 in Davyhulme, Manchester geboren und sammelte schon mit sechs Jahren Schallplatten bekannter Schlagersänger und beschäftigte sich mit der Literatur Oscar Wildes. Obwohl er sich während seiner Jugend zum Einzelgänger entwickelte, war er dennoch ständiger Gast auf Manchesters Rockkonzerten. Nachdem Morrissey die Schule früh beendet hatte, litt er unter starken Depressionen, machte sich aber auch einen Namen als Musikjournalist und wurde für kurze Zeit Sänger der Band The Nosebleeds, in der auch Billy Duffy (The Cult) spielte.

1982 gründete er mit Johnny Marr, Andy Rourke und Mike Joyce die Independent-Band The Smiths, die durch die Kombination von Morrisseys ironisch-psychologischen Texten und dem eingängigen Pop-Rock zu einer der einflussreichsten Bands jener Zeit avancierte. Nach vier Alben, die allesamt an die oberen Plätze der Charts gelangten, drei Compilation-Alben sowie einer Live-Ausgabe lösten sich The Smiths 1987 auf und Morrissey startete seine Solo-Karriere.

Sein Solo-Debüt „Viva Hate“ veröffentlichte Morrissey 1988; sowohl Album als auch die Single „Suedehead“ stiegen in die Top 10 der UK-Charts ein. An diesen Erfolg konnte er zwar mit den Folge-Veröffentlichungen nicht anknüpfen, genoss aber dafür einen Kult-Status sowie eine große Anhängerschaft. Seine erste Tournee spielte er 1991, wobei das Konzert im Hollywood Bowl in L.A. mit 17.000 Tickets in nur 22 Minuten ausverkauft war. Während dieser Zeit wurde Morrissey vor allem von der englischen Musikpresse stark angegriffen und später auch boykottiert, da diese ihn pädophiler Andeutungen beschuldigte und als Rassismus-Anhänger sah. Dies hatte zur Folge, dass Morrissey Großbritannien verließ und in Songs („Irish Blood, English Heart“) kritisierte.

1994 landete Morrissey mit „The More You Ignore Me, The Closer I Get“ seinen einzigen Nummer-Eins-Hit in den 1990ern. Das dazugehörige Album „Vauxhall And I“ gilt noch heute als das beste Werk seiner Solo-Karriere. Nach vielen Jahren ohne Plattenvertrag erzielte er erst 2004 mit „You Are The Quarry“ wieder einen beachtlichen Erfolg und gelangte mit vier Singleauskopplungen in die britischen Top Ten. Auch wenn alle weiteren Veröffentlichungen dies nicht toppen konnten, blieb Morrissey dennoch ein umworbener Act auf den großen Festivals und bespielte nach wie vor ausverkaufte Hallen. Im Oktober 2013 erschien seine Autobiographie mit dem Titel „Autobiography“.

Morrissey haben wir außerdem gefunden in:

17.11.2020:  1987 war ein wichtiges Musikjahr. Prince, Springsteen, Jackson, U2 – aber auch Pixies, Smiths, Public Enemy und Dinosaur Jr.: Einige Meisterwerke aus Mainstream sowie Underground erblickten vor 30 Jahren das Licht der Welt. Ein Überblick. in Klasse von '87: War 1987 das beste Musikjahr aller Zeiten?

17.11.2020:  In einem Statement auf seiner Website moniert der Musiker, dass er von seinem Plattenlabel BMG „fallen gelassen“ worden sei, nachdem das Label einen neuen Manager eingestellt hatte, der die Künstlerliste „diversifizieren“ wolle. in Morrissey behauptet: BMG hätte ihn „fallen gelassen“

16.11.2020:  Bowie spielte mit Morrissey 1991 bei dessen erster Solo-Tour durch die USA ein Cover des T. Rex-Songs „Cosmic Dancer“. Nun kommt der Track endlich als Vinyl-Single heraus. in David Bowie + Morrissey: „Cosmic Dancer“-Cover veröffentlicht

Reviews zu Morrissey


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    Vor 20 Jahren erschien die schönste, die zarteste Platte des Misanthropen: ein Monument der romantischen Versenkung und der Selbstbespiegelung -die man beinahe kritisch nennen könnte, würde Morrissey sich nicht in „Used To Be A Sweet Boy“ von Schuld freisprechen: „Something went wrong/And I know I can’t be to blame“. Boz Boorer und Alain Whyte gelangen […]

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    Nach Spanien hatte er sich zurückgezogen, wo ihm Hundehaltung und Stierkampf nicht behagen konnten, und dann nach Los Angeles, wo er die Sonne, die Landschaft, die Läden, das Lebensgefühl und vor allem die Menschen gefürchtet haben müsste. Bei der Gelegenheit führte Morrissey ein Gespräch mit der von ihm bewunderten JoniMitchell, die ähnlich rigoros und unversöhnlich […]

  • Len Brown – Meetings With Morrissey

    Der Sänger selbst brachte den ehemaligen „NME“-Autor Len Brown auf die Idee, seine vielen Interviews mit Morrissey endlich zu veröffentlichen. Nun hat Brown sie zwar in den üblichen Biografie-Rahmen gepackt, doch durch die lebendige Beschreibung der verschiedenen Begegnungen bekommt man tatsächlich den Eindruck, dem Solitär zwischen all seinen Idiosynkrasien und Spötteleien ein wenig näherzurücken. Zudem […]

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    Diese Edition ist die Therapierung einer narzisstischen Kränkung. 1995 wurde „Southpaw Grammar“ auf RCA Victor veröffentlicht, dem Label, auf dem die Alben von Elvis Presley erschienen waren. Der in England seit dem „Madstock“-Vorfall 1992 verfemte Morrissey wurde zuletzt mit „Vauxhall & I“ verwöhnt, einem überall gelobten Album. „Southpaw“ begegnete die Kritik- und nicht nur die […]

  • Morrissey - Years Of Refusal

    Oh, man hat sich so gewöhnt an die raubauzige Art, mit der Morrisseys Burschen in die Instrumente greifen! Und schon auf seiner „Greatest Hits“-Sammlung warnte der Troubadour des Missvergnügens uns ja: „You’re gonna miss me when I’m gone.“ Wie wahr. Aber für eine Weile hält man die Abwesenheit des alten Giftspritzers doch aus. Nach seinen […]

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    Meetings With Morrissey (Omnibus, 35 Euro) von Len Brown ist eine Biografie aus der Feder eines langjäh-rigen Freundes, und entsprechend distanzlos und detailgenau fallen Browns Charakterisierungen des Faszinosums aus. Morrissey, der in Gesprächen mit Medienmenschen sonst gern mit dem Florett ficht, intelligent und höchst einnehmend, jedoch stets in der Defensive, öffnet hier sein Visier einen […]

  • Morrissey - Live At Earls Court

    Nach seiner überraschenden Wiederkehr auf dem internationalen Parkett hat Morrissey seine früher notorische Zurückhaltung leider aufgegeben. Zu sehr drängt es ihn heute nach Gesprächen mit jungen Bewunderern, hier und da ein Titelblatt, auch schon mal ein Poster. Die Plattenhüllen, wie man früher gesagt hätte, sind jetzt sehr offensiv gestaltet und haben im Mittelpunkt niemand anderen […]

  • Morrissey - Who Put The „M“ In Manchester?

    Es ist eine Hommage auch an die Heimatstadt. Liebevoll betrachtet die Kamera zu Beginn die Menschen und Stätten von Manchester, den Zusammenprall von altem England und moderner Industrie, der ja auch den Hintergrund für Morrisseys Texte bildet. Dann sehen wir den Einlaß in die „Evening News Arena“ und hören einen Fan aus San Diego schwärmen. […]

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    Unter welchem Einfluss Morrissey als Heranwachsender (wuchs er überhaupt heran?) in Manchester stand, davon hat er nun im Rahmen der „Influence“-Reihe selbstZeugnis abgelegt: New York Dolls und Charlie Feathers, Ramones und Sparks, Nico und Patti Smith, Klaus Nomis „Death“ und Jimmy Radcliffs „(There Goes) The Forgotten Man“. Musik der Rebellion und Einsamkeit, Vieles aus den […]

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  • Morrissey - Southpaw Grammar

    Schon das epische Intro zum ersten Track verwirrt und zwingt gleichwohl zum Zuhören: eine dunkle Orchestration, manischmonoton, signalisiert Paranoia. Klirrende, klobige Gitarrenakkorde vermitteln Angst und Pein. Welcome to the real world: „The Teachers Are Afraid Of The Pupils“ heißt der Song, und der Morrissey-Fan staunt nicht schlecht. Gewiß, „The Headmaster Ritual“ war kein fahrlässig-bildungsfeindliches Agitprop-Stück […]



David Bowie + Morrissey: „Cosmic Dancer“-Cover veröffentlicht

2. Juni 1991, es war der dritten Abend von Morrisseys erster Tour als Solomusiker durch die Vereinigten Staaten: In Los Angeles betrat plötzlich zur Überraschung aller Zuhörer  David Bowie die Bühne, um zusammen mit dem ehemaligen Smiths-Frontmann im Duett ein Cover des T. Rex-Klassikers „Cosmic Dancer" zu spielen. Ein Highlight in der Konzert-Historie beider Künstler, als Videodokument hinterlegt (mit falschem Datum!), allerdings bisher noch nicht offiziell auf Scheibe gepresst. Fast 30 Jahre später gibt Morrissey diese Aufnahme nun endlich frei, zunächst digital und dann im Februar als Vinyl-Single. Die 7-Zoll-Single, die am 19. Februar erscheinen soll, ist eine Doppel-A-Single mit…
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