Ausstellung „Diversity United“ in Berlin: Sieht so Europas Vielfalt aus?


von

Zwei gelbgebänderte Baumsteiger aus dem tropischen Regenwald, auch Pfeilgiftfrösche genannt, als Blickfang. Das Sekret der Tiere wirkt, wenn es in die Blutbahn gelangt, tödlich. Dazu das Schema eines medizinischen Funktionsmodells, das Eierstöcke mit Herz und Hirn vernetzt. Eine symbolträchtige Arbeit der estnischen Installationskünstlerin Katja Novitskova.

Novitskova beschäftigt sich seit Langem mit Forschungen der Biotechnologie und dem Fortbestehen des Organischen unter digitalen Bedingungen. Klingt nach trockener Wissenschaft? Ist aber Kunst. Nach ihrer Ausstellung im Hamburger Bahnhof ist Novitskova zusammen mit 89 Künstler*innen aus 34 Ländern bei der Ausstellung „Diversity United“ bis 19. September in zwei Hangars des Flughafens Tempelhof in Berlin zu sehen.

Spektakel mit politischer Note

Das direkt nebenan befindliche Impfzentrum ruft in Erinnerung, wie lange Großveranstaltungen dieser Art nicht möglich waren. Auch „Diversity United“ musste mehrfach umgeplant werden, zumal die Show auch in Paris und Moskau Station machen soll. Ein Spektakel mit politischer Note, das die Komplexität der europäischen Idee und ihrer gesellschaftlichen Realitäten thematisieren will. Mit Malerei, Skulptur, Video, Fotografie, Installation, Zeichnung und Objektkunst.

Fotografien von Anders Petersen hängen in der Ausstellung „Diversity United“

Ein Vielerlei, das laut Kuratoriums-Sprecher Walter Smerling einen Einblick in das „künstlerische Gesicht Europas“ bietet. 400 Objekte kreisen um diesen Anspruch, auf 8000 Quadratmetern in Betonhallenoptik. Dabei treffen Newcomer auf Kunststars wie Rosemarie Trockel, Olafur Eliasson, Alicja Kwade, Wolfgang Tillmans und Anselm Kiefer. Direkt am Eingang stehen die Iglus von Lucy und Jorge Ortas „Antarctic Village“, deren Hülle ein multinationaler Flaggenmix bildet.

Diversity rules – mit dieser Botschaft geht es auf den Kunstparcours.

Das länderübergreifende Ausstellungsgroßprojekt „Diversity United“ ist bis zum 19. September in zwei Hangars auf dem Tempelhofer Feld zu sehen.

Bernd von Jutrczenka picture alliance/dpa