Beady Eye: ‚BE‘ in die Liste der zensierten Cover aufgenommen


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Dass Sittenwächter Brüste fürchten, ist spätestens seit Janet Jacksons Nipplegate-Skandal beim Super-Bowl-Finale 2004 bekannt. Unfassbar damals schon – jene Moralapostel würden wahrscheinlich sogar bestreiten, selbst nackt auf die Welt gekommen zu sein. Letztes Opfer der Kampagne gegen nackte Haut ist „BE“, das neue Album von Liam Gallaghers Band Beady Eye.

Deren Label Sony teilte der Presse mit, dass wegen des Covers – auf dem eine nackte Frau seitlich liegend zu sehen ist – Beschwerden eingegangen seien. „Wir mussten den Nippel bedecken um das Album in die Supermärkte zu bringen. Sie wollten es nicht in das Sortiment aufnehmen, so wie es war. Das gilt auch für die Werbung.“

Ein Sprecher des Verbandes der britischen Einzelhändler verteidigte die Handlung mit den Worten, dass die „Supermärkte ihre Verantwortung gegenüber dem Kunden sehr ernst nehmen“. Man folge den Richtlinien und habe eigene Standards um sicherzustellen, dass alle Produkte, die Anstoß erregen oder von Kindern gesehen werden könnten, diskret ausgestellt werden. Im Falle des Beady-Eye-Albums bedeutet das, dass ein schwarzer Sticker den Nippel des Anstoßes überdecken wird.

Liam Gallagher hatte kurz nach Veröffentlichung des Covers – welches übrigens von Pirelli-Kalender-Fotograf Harry Peccinotti stammt – jeden Vorwurf der Anstößigkeit mit gewohnter Vulgär-Komik vom Tisch gewischt: „Es ist sexy. Ich bin immer gut für eine 60er-Jahre-Titte. Ein 60er-Jahre-Nippel wird von mir niemals verschmäht werden. Es ist ganz sicher nicht sexistisch. Es ist sexy, es ist ein Nippel, den du deiner Mutter vorstellen könntest. Es ist keine Pornografie, oder? Es ist ein Klassiker, Mann. Ein klassischer Nippel.“

Unsere Vorher-Nachher-Galerie zeigt einige ebenfalls der Zensur zum Opfer gefallene Album-Cover. Ob zu Recht oder zu Unrecht darf jeder Leser über 18 selbst entscheiden.