Bundestagswahl: Das Ende der Grünen, wie wir sie kannten


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Und nun kommt eins zum anderen: der Klima­wandel, die neue Völkerwanderung, die Folgen der Digitalisierung für Arbeit und Freiheit, die künstliche Intelligenz. Und die Revolte derer, denen alles zu kompliziert wird und die sich nicht mehr als Teil des Ganzen fühlen. Eine Revolte, in der fehlende soziale und fehlende kulturelle Teilhabe verwoben sind, in der die Revoltierenden gleichzeitig soziale Opfer und rassistische Täter sein können, in der die Autoritären das tun, was 1968 und in der grünen Nachfolge progressiv und links war: gegen eine „Elite“ aus Politik, Wirtschaft und Medien kämpfen, die als „Establishment“ alles unter sich aufgeteilt hat.

Die Grünen müssen sich entscheiden: Greifen sie diesen Staat und dieses „Establishment“ an, oder sind sie Establishment und verteidigen das, was die anderen hassen und angreifen, nämlich die progressiven, emanzipatorischen Errungenschaften der vergangenen 50 Jahre?

Anmerkung: Dieser Artikel erschien erstmals in der ROLLING-STONE-Ausgabe 6/2017

Ist FDP-Chef Christian Lindner der interessanteste Spitzenkandidat der Bundestagswahl 2017?



Die besten deutschen Songs aller Zeiten: Can - „Aumgn“

Sie lernten ihn 1970 in einer Fußgängerzone in München kennen: Vor dem Club Blow Up, in dem sie mit ihrer Band Can ein Konzert geben wollten, trafen Holger Czukay und Jaki Liebezeit einen japanischen Gammler namens Damo Suzuki, der gerade ein Straßenkonzert absolvierte – vielleicht aber auch nur ein paar Mantren und rituelle Beschwörungen murmelte. Holger Czukay ging sofort auf ihn zu und bat ihn, am Abend mit Can aufzutreten. Mit Erfolg: Wegen seines unkontrollierbaren Verhaltens kam es im Publikum zu einer Schlägerei; von diesem Konzert an arbeiteten Can und Suzuki drei Jahre lang miteinander. „Tago Mago“ heißt die dritte…
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