Chic und Nile Rodgers live in London: Konzert und Single für den toten Freund


von

Rodgers ist in Plauderstimmung und nimmt das Publikum mit auf die Reise; er erzählt von seinem „besten Freund“, dem Bassisten und Chic-Mitgründer Bernard Edwards, dem er so viel zu verdanken habe und dem die Single „I’ll Be There“ gewidmet sei: „Ich war ‚Mr. Jazz-Snob‘, bis er kam und mir all diese Tricks auf der Gitarre zeigte …“. Dann berichtet Rodgers von seinem Kampf gegen den Prostatakrebs und erntet frenetischen Jubel für seine Mitteilung, dass er heute krebsfrei sei. Das Publikum, darunter erkennbar viele Disco-Fans der ersten Generation mit Glatzen oder wasserstoffblondem Haar, muss das schon gewusst haben, aber dennoch ist es so etwas wie das Startsignal für die Party. „Ihr werdet fast jeden Song kennen“, sagt Rodgers nicht ohne Stolz, und dem wird dann wohl auch so gewesen sein: Auf „He’s The Greatest Dancer“ und „We Are Family“ („ … das war in den USA nie ein großer Hit, aber ich mag es trotzdem …“) von Sister Sledge folgen die Diana Ross-Hits „I’m Coming Out“ und „Upside Down“. Eines der wenigen nicht so bekannten Stücke an diesem Abend ist wohl Chics „Soup For One“, das seine Popularität eher dem Umstand verdankt, dass es 2001 von Modjo in ihrem Charterfolg „Lady“ gesamplet wurde.

Alles ist super-raffiniert inszeniert, die Lyrics laufen über die Leinwand wie bei der Karaoke-Party, und mit einem Nile Rodgers, der nie nachlässt, der Spaß hat und sein Publikum zum Mitsingen animiert. Und das tun sie gemeinsam mit den sensationellen Sängerinnen Kimberley Davis und Folami, während Rodgers selbst sich mit seinem Bassisten Jerry Barnes ein Lick-Duell liefert.

Erstaunlich, aber wahr, dass der lauteste und längste Applaus des Abends tatsächlich dem neuen Song „I’ll Be There“ gilt. Es gibt eben doch nur einen Mann, dessen musikalischer Lebensrückblick sogar eine Sonnenfinsternis auszustechen vermag: Mr. Rodgers ist es gelungen.



Werbung

Eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle: 5 emotionale Momente in „The Last of Us“

„The Last of Us Part II“ ist ab jetzt für die PlayStation 4 erhältlich – hier erinnern wir an die emotionalsten Momente aus dem ersten Teil.

Mehr Infos
Diana Ross kannte homosexuelle Bedeutung von „I'm Coming Out“ nicht

Diana Ross soll nicht um die Bedeutung ihres Welthits „I'm Coming Out“ aus dem Jahr 1980 gewusst haben - zumindest wenn man den Worten von Chic-Gründer Nile Rodgers, der das Lied einst mitproduzierte, Glauben schenken darf. So sei der Supremes-Sängerin damals nicht bewusst gewesen, dass es bei dem Song insgeheim um ein homosexuelles Outing ging. In einem Interview mit der „New York Post“ erzählte der Musikproduzent von seiner Zusammenarbeit mit der Motown-Sängerin sowie seinem Chic-Kollegen Bernard Edwards. Gemeinsam hatten sie Ross' legendäres Album „Diana“ produziert, was mit Hits wie „Upside Down“ oder auch dem ebenso populären „I'm Coming Out“ zu…
Weiterlesen
Zur Startseite