Danger Mouse + James Mercer (The Shins) = Broken Bells


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Danger Mouse, der in der englischsprachigen Presse gerne mal „uberproducer“ genannt wird, hatte schon immer ein Faible für mehrere musikalische Spielarten. Mit seinem im Netz gestreuten Bastard aus Jay-Zs „Black Album“ und dem „White Album“ der Beatles (das Ergebnis hieß dann logischerweise „Grey Album“) schrieb er Musikgeschichte 2.0, mit seinem Pop-Projekt Gnarls Barkley enterte er weltweit die Charts, mit seinem Mitwirken als Bandmitglied und Produzent bei „Replica Sun Machine“ von The Shortwave Set zeigte er, dass er auch ein großes Herz für den Indierock hat, und bei „Dark Night Of The Soul“ arbeitete er mit Sparklehorse, David Lynch und weiteren Gästen von Iggy Pop bis Francis Black am wohl besten Album, das niemals offiziell veröffentlicht wurde. Ach ja, wie konnte man an dieser Stelle noch seine Produzententätigkeit für die Gorillaz vergessen, oder seinen grandiosen Paris-Hilton-Remix, den er gemeinsam mit Künstler Banksy unters Volk brachte (hier anschauen)?

Schon bei „Dark Night Of The Soul“ kam es dabei zu einer Kooperation mit James Mercer, der bekanntlich sonst hauptamtlich bei den Shins an Mikro und Gitarre steht. Diese Zusammenarbeit ist nun zu einem kompletten Bandprojekt ausgewachsen, das auf den Namen Broken Bells hört und Anfang März mit dem Debütalbum an den Start gehen wird. Allerdings kannte und schätzte man sich schon länger. Man traf sich bereits vor fünf Jahren auf dem Roskilde-Festival, wie Brian Burton alias Danger Mouse dem Rolling Stone verriet: „In dem Moment, in dem ich zum ersten Mal die Shins hörte, wollte ich etwas mit James machen.“ Es dauerte allerdings bis zum März 2008 bis die Pläne konkret wurden. Danger Mouse legt Wert darauf, dass es sich bei den Broken Bells um eine Band handelt, und nicht bloß um einen Produzentenjob.

Das Ergebnis ist laut Danger Mouse „melodisch, aber sehr experimentierfreudig.“ Dem pflichtet auch Mercer bei: „Ich wage auf diesem Album Dinge, die ich noch nie zuvor probiert habe. Wenn man Bandherr im eigenen Hause ist, fällt man schnell in bestimmte Muster zurück. Aber diesmal gab es die Freiheit, Neues auszuprobieren und sich nicht drum zu kümmern, was für Auswirkungen das auf meine künstlerische Identität hat, die ich mit den Shins aufgebaut habe.“

Den ersten Song der Broken Bells, „The High Road“, vergeben die beiden nun auf ihrer Website für den Preis einer Mailadresse. Man hört einen elektronisch aufgehübschten Song, der zwischen den Polen Pop und Folk mäandert und in der Tat ein wenig wie ein „best of both worlds“ der beiden Künstler klingt. Den Download gibt es hier oder unten im Stream.