Darwin Deez: Neues aus der Lockenpracht


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Es kann einem den Kopf verspulen, wenn man als Landei aus South Carolina den weiten Weg in die große Stadt New York antritt. Lässt man sich dann auch noch im Pop-Mekka Brooklyn nieder, kann man sogar auf die Idee kommen, ebendiesen Zustand der Verspultheit als Style-Merkmal zu inszenieren. Zwischen all diesen Künstlertypen will man ja auch irgendwie auffallen – und was wäre da besser, als eine bis zu den Schulterspitzen reichende, verzwirbelte Lockenpracht?

Das dachte sich vermutlich Darwin Deez, als er den oben gezeichneten Weg ging und seine Frisur zum Markenzeichen erklärte. Aber der Mittzwanziger machte natürlich nicht nur auf diese Weise von sich reden. Er brachte schrottige Computergeräusche in New Yorker Antifolk-Kreise, drehte spleenige Tanzvideos fürs Netz und schrieb nebenher wunderbar verspult klingende Songs, die er mit tollen Melodiefetzen und erstaunlich klaren, mitunter düsteren Lyrics verschnitt. So singt er etwa im fröhlich fiependen „Bomb Song“: „The sky’s green/ It’s been that way since they dropped the bomb/ The clouds are brown/ the city’s a ghost town.“

Auch seine neue Single führt ihn in den Himmel, allerdings diesmal in einen strahlend blauen. Der Clip zu „Up In The Clouds“ ist jedenfalls ein kleines, amüsantes Meisterwerk und hat in dreieinhalb Minuten mehr gute Ideen als so manche Hollywood-Romcom. Man achte nur auf das Pärchen auf Wolke 7, über deren Köpfen der Countdown „Time Left In Relationship“ runterzählt. Hier ist der Clip:

Passend zum Release des Videos gibt es zudem zwei Downloads for free: Sein Labelkollege Jake Bullit lieferte einen (den es hier gibt) und Mr. Flash ebenso (den gibt es hier).

Ebenfalls ist dieser neue, vom Label als „halb legal“ bezeichnete Clip zu „DNA“:

Noch was vergessen? Ach ja: Demnächst kann man Darwin Deez wieder live sehen. Auf dem Melt! Festival am 17. Juli. Und dann im September hier:

07.09. Hamburg, Molotow
08.09. Berlin, Lido
09.09. München, Atomic Café
10.09. Köln, Gebäude 9