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Der beste Freund des Menschen (?): 8 geniale Hunde-Filme

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Der beste Freund des Menschen (?): 8 geniale Hunde-Filme

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Mit „Wiener Dog“ (Kinostart: 28. Juli) bringt Indie-Regisseur Todd Solondz die skurrile Lebensgeschichte eines Dackels auf die Leinwand. (Lesen Sie dazu in der August-Ausgabe des ROLLING STONE ein Portrait über Solondz!) Natürlich erfährt man durch das Tier auch eine Menge über die Menschen um ihn herum. Der Hunde-Film erfreut sich schon seit Jahrzehnten und wohl nicht erst seit „Lassie“ großer Beliebtheit.

Er glänzt im Kino als exzellenter Kommissarbegleiter („Scott & Huutsch“, „Mein Partner mit der kalten Schnauze“), prüft die Familienfähigkeit („Marley & Ich“), gilt als warmherziger Kinderfreund („Ein Hund namens Beethoven“) und Lebensretter in der Not („Benji“). Schließlich steht er sogar für Romantik („Susi und Strolch“), Freundschaft („Cap & Capper“) und Abenteuerlust („Bolt“).

Wir haben acht weitere außergewöhnliche dog films gelistet, in denen Hunde eine große Rolle (wenn nicht sogar die Hauptrolle) spielen.

Underdog (2014)

Kornél Mundruczós Drama über ein junges Mädchen, das sich auf die Suche nach ihrem ausgesetzten Hund Hagen begibt, gehört zu den außergewöhnlichsten Kinoerfahrungen der letzten Jahre. Schon die erste suggestive Szene, wenn eine ganze Horde von Hunden durch eine menschenleere Straße Budapests hetzt, weckt Erinnerungen an Hitchcocks „Die Vögel“. Und tatsächlich versuchen sich hier die mit Füßen getretenen und misshandelten Kreaturen an den Menschen zu rächen. Dabei gelingt es dem ungarischen Regisseur in seiner Parabel auf die Missstände der (ost-)europäischen Gesellschaften mit viel Feingefühl, seine tierischen Protagonisten zu authentischen Darstellern zu machen. Beeindruckend: Computeranimation war dafür nicht nötig.

Wendy And Lucy (2008)

Wendy (Michelle Williams) ist ziemlich abgebrannt. Gemeinsam mit ihrer Hündin Lucy macht sie sich auf den Weg nach Alaska, um dort eventuell Arbeit in einer Fischfabrik zu finden. Mehrere Zufälle sorgen dafür, dass sie schließlich nicht einmal mehr ein Dach über dem Kopf findet. Nachdem die junge Frau in einem Supermarkt Hundefutter für ihre treue Begleiterin stiehlt, wird sie von der Polizei erwischt und muss Lucy allein zurücklassen. Als sie von der Wache zurückkehrt, ist das Tier verschwunden. Kelly Reichardt, eine der begabtesten Vertreterinnen des neuen Realismus im US-Kino, erzählt mit ihrem unterkühlten Road Movie von den aschfahlen Rändern der amerikanischen Gesellschaft und bebildert die Beziehung zwischen Mensch und Hund auf gleichsam behutsame wie erhellende Weise.

Heart Of A Dog (2015)

Laurie Andersons filmischer Essay verknüpft auf experimentelle Weise Gedanken über die politische wie soziale Situation der Gegenwart mit einer berückenden Meditation über Liebe, Leben und Vergehen. Dabei steht nicht nur ihr verstorbener Ehemann Lou Reed im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern auch ihre Mutter und ihr geliebter Hund Lolabelle. Sie alle starben in nur wenigen Monaten hintereinander. Mit durchaus philosophischer Ernsthaftigkeit werden Kindheitserinnerungen zurückgerufen, werden in assoziativer Form und scheinbar ohne vorher festgelegtes Ziel Anekdoten erzählt. Der kleine Terrier, der sich im Kampf mit Falken beweisen muss und im Alter erblindet, wird zum (auch animierten) Symbol für die Wirrnisse des Lebens und gibt der Sängerin, die hier auch ganz unprätentiös ihre Musik einflechten lässt, die Möglichkeit, von Buddhismus, Überwachungskultur und musikalischer Reifung zu sprechen, ohne dass es einen Moment bemüht wirkt. Ein ganz und gar notwendiger Künstlerfilm – und die schönste Liebeserklärung an einen Hund, die sich denken lässt.

Hachiko (2009)

Natürlich musste Hollywood irgendwann auf die Geschichte des japanischen Akita-Hundes Hachiko aufmerksam werden, findet sich doch in der bedingungslosen Treue des Vierbeiners, der im Grunde sein ganzes restliches Leben lang an einem Bahnhof auf sein (bereits verstorbenes) Herrchen wartet, die ideale Grundlage für einen Tränenzieher. Doch Lasse Halström beweist in der Erzählung dieser wahren Begebenheit – mit einem wunderbaren Richard Gere in der Hauptrolle – noch einmal sein Talent für feinfühlige, tragikomische Momente und schildert Freundschaft und Warmherzigkeit, wenn auch immer am Rande des Kitsches, so authentisch, dass „Hachiko“ längst zu so etwas wie einem inoffiziellen (Vor-)Weihnachtsklassiker geworden ist.

Amores Perros (2000)

Das Spielfilmdebüt des inzwischen mehrfach oscarprämierten mexikanischen Filmemachers Alejandro González Iñárritu, die Adaption eines Romans von Guillermo Arriaga, besticht vor allem durch den flirrenden, episodischen Erzählstil, der sich an „Pulp Fiction“ anlehnt und doch ein ganz anderes (humanistisches) Ziel verfolgt. Ein Autounfall verbindet in dieser Story über Liebe, Tod und den Traum von einem geglückten Leben die Biographien von Octavio und Susanna, Valeria und Daniel sowie El Chivo und Maru. Der alte El Chivo lebt gemeinsam mit einer Horde Hunden auf den Straßen von Mexiko-City und animiert sie zu gewaltsamen Hundekämpfen. Diese Kampfszenen allein hätten das Zeug, in die Filmhistorie einzugehen, werfen sie doch in ihrer schonungslosen Inszenierung einen Blick auf eine Schattenzone im Umgang mit den treuen Vierbeinern, die von der Kultivierung der Aggression und der Unterwerfung des Tiers unter den Interessen des Menschen geprägt ist.

Baxter (1990)

Viele Filme widmen sich der Eifersucht, die auch Haustiere überfällt, wenn Herrchen und Frauchen plötzlich mit anderen Dingen beschäftigt sind und keine Zeit mehr für das Schoßtier haben. Aber kein Film tat dies je so überwältigend roh und auch gehässig wie „Baxter“ von Jérôme Boivin. Der Bullterrier Baxter wohnt bei einer älteren Frau und beobachtet sehnsüchtig ein junges Ehepaar in der Nachbarschaft. Während sein Frauchen nur noch auf ihr Tier fixiert scheint und sich völlig von der Welt abkapselt, will sich Baxter losreißen von der einengenden Beziehung. Er verursacht einen tödlichen Unfall und schafft es tatsächlich in die Obhut des glücklichen Pärchens nebenan. Doch als dieses ein Kind erwartet, versucht der zornige Vierbeiner erneut, das Problem mit Gewalt zu lösen. In Deutschland trägt der nicht immer leicht zu ertragende Streifen den stumpfsinnigen Titel „Bell mir das Lied vom Tod“. Doch die französische Umsetzung eines Romans von Ken Greenhall – von der eindringlichen Erzählstimme des nach einem Zuhause suchenden Hundes getragen – ist absolut kein Trash, sondern eine bitter-komische Farce, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Umberto D. (1952)

„Umberto D.“, eines der großen und auch letzten Kunstwerke des italienischen Neorealismus, ist eine präzise Zustandsbeschreibung Italiens kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Gezeigt wird, unterteilt in mehrere Episoden, ein Ausschnitt aus dem Leben von Umberto D. Ferrari, der in vollkommener Einsamkeit seinem kahlen Alltag nachgeht. Während kaum ein Mensch sich für ihn interessiert (selbst seine Vermieterin straft ihn mit finsteren Blicken), hat Umberto immerhin seinen Hund Flik, zu dem der gebrochene Mann eine ganz und gar freundschaftliche Beziehung pflegt. Trotzdem versucht er dem Tier einen Ausweg aus der Tristesse zu verschaffen. Er setzt ihn im Park aus. Doch Flik kommt wieder zurück – und Umberto beschließt, ihn mit in den Tod zu nehmen. Vittorio De Sica („Fahrraddiebe“) umreißt in seiner Tragödie alle Nuancen menschlichen Leids. Doch der schonungslose Blick auf die taumelnden Seelen ist zugleich von großer Zärtlichkeit und Ehrfurcht vor dem Wunder der Liebe geprägt. Auch wenn keine Hoffnung für Umberto ersichtlich wird, sehen wir ihn in der letzten Szene mit seinem Hund im Park spielen.

Die Hunde sind los (1982)

Hunde tauchen des Öfteren in Animationsfilmen auf und werden dabei – ob nun in „Susi und Strolch oder aktuell in „Pets“ – meist niedlich überzeichnet oder übertrieben vermenschlicht. Martin Rosen, der 1978 schon „Watership Down“ von Autor Richard Adams sowohl durch Zeichenstil als auch durch Erzählhaltung mit maximaler Ernsthaftigkeit fürs Kino adaptierte, wagte sich in den 80ern an einen Hundefilm, der kaum für Kinderaugen geeignet sein dürfte. Mit düsteren Bildern werden Sinn und Zweck von Tierversuchen kritisiert. Zwei in einem Versuchslabor gemarterten Hunden, ein Labrador und ein Terrier, gelingt die Flucht, doch sie kämpfen in der Wildnis nur noch mehr ums Überleben, weil sie die Freiheit nicht mehr gewohnt sind. Ein Fuchs hilft ihnen aber, sich zu orientieren. Doch weil die Falschmeldung kursiert, die entflohenen Vierbeiner hätten die Beulenpest, werden sie schließlich erbarmungslos gejagt. Ein erschreckender und melancholischer Film, in dem die Menschen als Ausbeuter und Aggressoren gar nur noch wie dunkle Schatten durchs Bild huschen.

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