Die besten Sänger aller Zeiten: Mick Jagger – Text von Lenny Kravitz

Die besten Sänger aller Zeiten: Mick Jagger – Text von Lenny Kravitz

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Ich kenne Leute, die technisch perfekt singen und mit Mick Jagger nichts anfangen können. Weil das, was er macht, so komplex ist. Er hat ein sehr feines Gespür für Tonhöhe und Melodie. Sein Gesang ist atemberaubend, perfekt nach seinen ganz eigenen Maßstäben. In manchen Songs wird er zu einem anderen Menschen. Zum Beispiel „Angie“: Diese Stimme habe ich bei ihm danach nie wieder gehört. Vorher auch nicht. Und ich liebe es, wenn er Falsett singt, wie auf „Emotional Rescue“ oder „Fool to Cry“.

https://www.youtube.com/watch?v=B-2MenrnR2U

Am besten gefällt er mir total unverfälscht. Als wir „God Gave Me Everything“ produzierten [für Goddess in the Doorway], machten wir eine Aufnahme, die er für eine Probe hielt. Weil er den Text noch nicht konnte, las er ihn von einem Blatt Papier ab. Keine Stopps, nur ein Take, zack! Und genau die Aufnahme war’s dann.

Mick ist sehr diszipliniert, er nimmt seinen Beruf extrem ernst. Einmal, als die Stones ein paar Tage Tourpause hatten, machten Mick und ich Urlaub auf den Bahamas. Tagsüber gingen wir an den Strand, kauften auf dem Markt ein, kochten, tranken Wein. Am Abend ging er in den Keller und schob ein Soundcheck-Band ein, nur die Band, ohne Gesang, und tanzte und sang dazu, um in Form zu bleiben. Die Stimme ist wie ein Muskel. Wenn du auf Tour bist und zwei Wochen nichts tust, bist du nach dem nächsten Gig heiser. Deshalb ging er jeden Abend in den Keller – und ist mit 65 Jahren stärker denn je.

Das Schöne an diesem Urlaub war, im Wohnzimmer zu sitzen und „Brown Sugar“ und „Satisfaction“ live durch den Fußboden dröhnen zu hören. Das war mein abendliches Unterhaltungsprogramm. Ziemlich surreal, was?

  • GEBURTSTAG: 26. Juli 1943
  • GOLDENE MOMENTE: „Gimme Shelter“, „Sympathy for the Devil”, „Satisfaction“
  • GURU FÜR: Jack White, Steven Tyler, Iggy Pop
Die besten Gitarristen aller Zeiten: Keith Richards
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Die besten Gitarristen aller Zeiten: Keith Richards Text von Nils Lofgren Ich erinnere mich, wie ich auf der Highschool „Satisfaction“ hörte – und nicht glauben wollte, welchen Schock es bei mir auslöste. Es ist diese Kombination aus dem Riff und den Akkorden, die darunter einen Kontrapunkt bilden. Keith kann mit zwei, drei Noten Vignetten schreiben, die substanzieller sind als jedes große Solo. Auf „Gimme Shelter“ spielte er die Lead- und die Vibrato-Rhythmus-Gitarre – und schuf damit eine bedrohliche Atmosphäre, wie es vor ihm noch keiner geschafft hatte. Der Kontrast zwischen den beiden Gitarren öffnet den Raum für Mick Jagger, um…
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