Donna Regina und „The Decline Of Female Happiness“


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Das Klavier klingt, als höre man es beim Gang durch die Kellerräume einer alten Musiksschule. Die monotonen Beats von Ehe- und Kreativpartner Günther Janssen scheppern wie die Verschmelzung von Blechtrommel und Laptop. Und darüber die kühle, wie durch den Song gewehte Stimmte von Regina Janssen, die immer wieder singt: „Everything is blue“. Der Song „Until You Do“ ist ein gutes Beispiel für die Art und Weise wie das – nach dieser Studie benannte – neue Album von Donna Regina funktioniert: Wohlklang, der sich paradoxerweise aus eher störrischen Geräuschen formt und ein Gesang, bei dem man eben nicht weiß, ob er einen jetzt eher runterziehen soll, oder ob er durch seine kühle Eleganz und seine offenen Worte eher therapeutische Wirkung hat.

Donna Regina, die im Kern eben aus Regina und Günther Janssen bestehen, musizieren bereits seit Anfang der 90er miteinander und werden sicher auch mit ihrem neuen Release weiterhin ein Geheimtipp unter Elektro- und Pop-Connaisseuren bleiben. Dennoch lohnt es vielleicht gerade deshalb, noch einmal daran zu erinnern, dass „The Decline Of Female Happiness“ seit einer Woche in den Regalen gut sortierter Plattenläden steht. Zehn Songs, die dem Albumtitel zwar alle Ehre machen, dabei aber nix mit weinerlicher Larmoyanz am gut sitzenden Damenhut haben. „You look for something special between morning an light“, singt Janssen in „Diamond Of The Day“ – und vielleicht weiß sie, dass einige genau dieses Besondere in dem Album finden werden. Und übrigens: Das funktioniert auch, wenn man nicht gerade eine Frau in den besten Jahren auf Sinnsuche ist – wie diese Zeilen des männlichen, 32jährigen Autoren belegen dürften…