Dschungelcamp 2014: Eine Luftnummer und ein schwarzer Schwanz

Es war ein Hochseilakt der besonders prekären Art: Bei der Dschungelprüfung musste Larissa in lichter Höhe mit verbundenen Augen auf schmalen Schienen balancieren, während sie von Mola, der sehenden Auges ein Stück hinter ihr wackelte, zu Sternen am Haken dirigiert wurde. Zwar waren beide Kandidaten mit einem Bungee-Seil gesichert, doch das Unternehmen schien aussichtslos zu sein und war umso spannender.

Mola gab im Hintergrund den lauten Antreiber und Beruhiger, der unentwegt „Larissa, Larissa!“ schrie, rechts und links verwechselte und die Artistin manchmal eher irritierte. Mit Stegreif-Lob („Du bist die Beste der Welt, des Universums, der Galaxie!“) sparte er nicht, denn nur ein Stern ging verloren, acht Punkte von zehn wurden errungen. Und das bedeutete abermals eine ordentliche Ration im Blechnapf. Sogar Sonja Zietlow, zunehmend Larissa-Anhängerin, und Daniel Hartwich nötigte die Leistung der Unberechenbaren einigen Respekt ab. Sie selbst sagte nach dem Abenteuer, sie sei „nur meinem Gefühl gefolgt“ und empfahl das auch den Zuschauern. Blindes Balancieren am Abgrund ist natürlich einen schöne Metapher für das Leben von Larissa Marolt.

Im Camp verstieg sich der adrenalinselige Mola dann zur Prahlerei und behauptete in Anwesenheit von Larissa, man müsse sie nur leiten, dann sei sie auch zu Leistungen in der Lage. Winfried bestätigte die schwiemelige Macho-Theorie. Larissa verkroch sich zunächst angewidert in der Hängematte, die allerdings feucht war – außerdem entdeckte sie im Gebüsch einen Käfer. Die ihr angewiesene Bettstatt gefiel ihr auch nicht, weshalb abermals ein Gezeter anhob. Man hat dennoch nicht den Eindruck, dass Larissa resignieren wird. Nach der Prüfung wandte sie sich sogar direkt an die Zuschauer und bat darum, nicht wieder antreten zu müssen.

Nun beginnt auch die Phase des Abwählens. Man kann damit rechnen, dass die dösenden Murmeltiere Tanja und Corinna nach Hause geschickt werden, auch Marco muss um den Verbleib fürchten. Gabby hatte immerhin einen lichten Moment, als sie ein Tier zu sichten glaubte, von einem „schwarzen Schwanz“ berichtete und mit Larissa darüber kicherte, dass ihr Ex-Freund eine morgendliche Erektion als „Mola“ bezeichnete. Der Mann gleichen Namens schlief derweil friedlich. Opa Winfried kiffte indes ein gerolltes Palmblatt, Gabby nahm einen halbherzigen Zug und begab sich zur Ruhe.



Freiwillige Filmkontrolle: Die große Oscar-Prognose 2020 – Gewinner und Verlierer

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