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Das „Dschungelcamp“ ist großes absurdes Theater

Noch viel grausamer als der Schock, dass diese Sendung möglicherweise eines Tages den Grimme-Preis bekommen könnte, wäre es wohl, einer anderen Tatsache ins Auge zu blicken, die sich nach mehrmaliger vergnügter Sichtung des Dschungelcamps ergibt: Dieses Format ist deshalb so erfolgreich bei Jung und Alt, Dick und Dünn, Klug und Blöd, weil es einer dionysischen Feier der Populärkultur gleichkommt, die ihren großen Sieg über die einstmals deutungsstärkere bürgerliche Kultur zelebriert.

Mit einem Grinsen in den Augen blickt uns der Dschungel an und verrät uns, dass in den abgekämpften Gesichtern unsicherer Prominenter, die vom allesfressenden Medienuniversum längst geschluckt worden sind und sich nun von Bohnen ernähren, sich erbrechen, wenn es nur zum fermentierten Ei reicht (eine Delikatesse!), möglicherweise eine größere Wahrhaftigkeit zu finden ist als in den großspurigsten Inszenierungen auf den Bühnenbrettern dieser Welt.

Irgendwas mit Authentizität

Diese Oper der Scheußlichkeiten bedeutet den Menschen vielleicht nicht nur als Unterhaltungseskapade etwas, sondern sie vermuten gerade hier – ganz unten, im Höllenschlund der Glitzerwelt – Erkenntnisse, wie sie sie gerade aus den Werken der Kunst oder der Literatur nicht mehr erhalten.

Ja, im Urwald geht es noch moralisch zu. Jeder Fehler wird vom Kollektiv bestraft, jede Verhaltensauffälligkeit als deutliches Zeichen einer erschummelten Persona enttarnt, jede Sünde gnadenlos in der Gruppentherapie am Lagerfeuer besprochen (auch wenn es das jetzt nicht mehr gibt). Was ist hier noch Inszenierung? Die Fernsehzuschauer identifizieren sich mit diesen geschundenen Gestalten – und wer weiß, vielleicht lachen sie am Ende auch noch über sich selbst, dass sie all diesen Quatsch mit großer Ernsthaftigkeit zelebrieren.

Wäre das nicht der Gipfelpunkt der Unterhaltungskunst?

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RTL


8 Fakten über Lizzo: Was Sie über das musikalische Multitalent wissen müssen

Kindheit mit musikalischen Einflüssen Lizzo heißt eigentlich Melissa Jefferson und wurde am 27. April 1988 in Detroit geboren. Ihr Spitzname wurde später auch zu ihrem Künstlernamen. Das Talent scheint Lizzo bereits in die Wiege gelegt worden zu sein. Im Interview mit dem US-amerikanischen ROLLING STONE erklärte sie 2018: “Ich habe eine sehr musikalische Familie. Alle können einen Ton halten, singen und ein Instrument spielen. Aber niemand war ein professioneller Musiker.” Mit zehn Jahren zog die Familie nach Houston im US-Bundesstaat Texas. Dort rief Lizzo gern bei den örtlichen Radiostationen an und bat darum, freestyle rappen zu dürfen, um ihr Talent zu beweisen. https://www.youtube.com/watch?v=XaCrQL_8eMY Lizzo…
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