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EIN KLEINES STÜCK VERGANGENHEIT


von

01 MISSY ELLIOTT: „Sock It 2 Me“, 1997

Die dramatischen Streicher und Fanfaren aus dem Delfonics-Song „Ready Or Not Here I Come“ (1969) lässt Produzent Timbaland gegen einen knackigen Beat laufen. Missy Elliott sing-rappt die furiose Hook, in der sie Aretha zitiert und sich als würdige Erbin ankündigt.

02 KANYE WEST: „Through The Wire“, 2003

Als furchtlos sampelnder Produzent hatte er sich längst einen Namen gemacht, diese Debütsingle katapultierte Kanye zum Rap-Superstar. Den groovy Midtempo-R&B von Chaka Khans 1985er Single „Through The Fire“ beschleunigte er und pitchte ihre Stimme in höchste Höhen.

03 KENDRICK LAMAR: „Money Trees“, 2012

Mit den ätherischen Gitarren des Beach-House-Tracks „Silver Soul“ (2010) beginnt dieses Highlight aus Kendricks früher Phase. Das Dream-Pop- Sample ist der stimmungsvolle Gegenpol zu einem harten Beat mit tiefer Kickdrum, der junge König rappt über Reiz und Preis des Ruhms, im Bild der Geld tragenden Bäume verewigt.

04 THE NOTORIOUS B.I.G.: „Mo Money Mo Problems“, 1997

Nile Rodgers’ perkussive E-Gitarre und Diana Ross’ euphorischer Ausruf „I’m coming out!“ (aus dem Jahr 1980) bilden das Fundament für diesen wahnsinnig mitreißenden Stand-out des Eastcoast-Rap. Dass mit mehr Geld auch mehr Probleme kommen, man würde es bei diesem Party-Track nicht für möglich halten.

5 RICO NASTY: „Hatin’“, 2019

Der Produzent Kenny Beats nimmt Jay-Zs „Dirt Off Your Shoulder“ (2004), jagt es durch einen Filter, der es noch dreckiger klingend lässt, und die junge Rico Nasty rappt so mitreißend darüber, dass der Track vielleicht noch heftiger knallt als seine Vorlage.

06 MADVILLAIN: „All Caps“, 2004

Madlib greift sich Klavier, Querflöte und Bläser aus dem Abspann der 60er-Jahre-Serie „Ironside“, gibt einen Schnipsel aus der Titelmelodie der „Straßen von San Francisco“ dazu und verrührt gut mit verhallten Drums, Sub-Bass und MF Dooms Flow. Köstlich!

07 THE PHARCYDE: „Runnin’“, 1995

Der geniale Beatbastler J Dilla zog eine kurze Passage aus „Saudade Vem Correndo“ (1963), einem Bossa-nova-Stück von Stan Getz und Luiz Bonfá, und loopte es zu einem warmen Backdrop für die Rap-Crew aus L.A.

08 EMINEM: „Sing For The Moment“, 2002

Eminem markierte den Moment, als HipHop endgültig populärer war als Rock und Pop, mit einem Sample aus Aerosmiths „Dream On“ und ließ Joe Perrys Gitarre unter druckvollen Drums begraben.

09 NAS: „N.Y. State Of Mind“, 1994

Eine ungefähr viersekündige Pianofigur isoliert Produzent DJ Premier aus dem Stück „Mind Rain“ (1977) des Jazzmusikers Joe Chambers.
In einem hypnotischen Loop über einen Hardcore-Beat gelegt, wird sie zum kongenialen Kontext für Nas’ atemlose Großstadtlyrik.

10 CARDI B: „I Like It“, 2018

In das Mambo-Stück „I Like It Like That“ (1967) von Pete Rodriguez explodiert ein harter Trap-Beat, über dem Cardi B mit grandioser Vehemenz ihre Lines ausspuckt. Bad Bunny und J Balvin übernehmen jeweils eine Strophe.

Text und Inhalt der Playlists wurden aus der aktuellen April-Ausgabe des Rolling Stone entnommen. 


RÜCKSEITIG BETÖREND

Spotify Hier geht es direkt zu der in-App Playlist Apple Music Hier geht es direkt zu der in-App Playlist Deezer Hier geht es direkt zu der in-App Playlist Amazon Music Hier geht es direkt zu der in-App Playlist 01 THE BEACH BOYS: „Don’t Worry Baby“, 1964 Die feinsten drei Minuten der Beach Boys ventilieren Zweifel und Angst. Während auf der A-Seite, „I Get Around“, die Sonnenseite jugendlich-automobilen Zeitvertreibs gefeiert wird, draufgängerisch und leichtsinnig, bereut Brian Wilson auf der Rückseite, dass er sich zu einem Rennen herausfordern ließ. „I keep thinking something’s bound to go wrong“, zagt er, umfangen von hinreißenden Harmonies zur…
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