Eklat beim ESC-Vorentscheid: Sieger Andreas Kümmert will nicht in Wien antreten

>>> In der Galerie: Die wichtigsten Alben im Frühling 2015

Moderatorin Barbara Schöneberger zeigte sich sichtlich überrascht, als Andreas Kümmert kurz nach der Bekanntgabe des Siegers beim ESC-Vorentscheid sogleich verzichtete und der Zweitplatzierten den Vorrang einräumte. Mit den Worten, das sei ein „Coitus Interruptus der schlimmsten Sorte“, hatte sie zwar die Lacher auf ihrer Seite, doch die Irritation des Publikums hielt an.

Unter Buhrufen verteidigte Kümmert, der bereits die Casting-Show „Voice Of Germany“ gewinnen konnte, seine zunächst rätselhafte Entscheidung: „Ich bin nicht wirklich in der Verfassung, diese Wahl anzunehmen. Ich geb‘ meinen Titel an Ann-Sophie.“

>>> Eurovision Song Contest: Punks mit Down-Syndrom stehen im Halbfinale

Nun bleibt die Frage offen, was den 28-Jährigen tatsächlich dazu bewogen hat, derart unvermittelt aufzugeben. Co-Moderatorin Janin Reinhardt erwähnte in der im Ersten ausgestrahlten Show, dass der Unterfranke trotz 40 Grad Fieber angetreten sei.

Doch inzwischen gibt es Gerüchte, dass Kümmert vielleicht ernsthafter erkrankt sein könnte. Wie die Senderverantwortlichen bestätigten, wurde auf die spontane Erkrankung des Sängers entsprechend reagiert, sogar die Generalprobe wurde für ihn verlängert.

>>> Blickfang: Beim Eurovision Song Contest werden die Kandidaten in gigantischem Auge singen

Vielleis spricht trotzdem dafür, dass Kümmert seine Entscheidung relativ spontan getroffen haben könnte. Sein Team verwies nach der Show auf die große öffentlichen Aufmerksamkeit, die dem Sänger sichtlich zugesetzt habe. „Die Lampe ist zu groß, die da angeht“, sagte Siggi Schuller von der Plattenfirma Universal in einem Video das die ARD ins Netz gestellt hatte.

Auch wenn nun beispielsweise „SpiegelOnline“ diskutiert, ob Kümmert mit der mutigen Abgabe seines Gewinns, die Grenzen zwischen Sieg und Niederlage afzuheben wusste und damit eine neue Form der Männlichkeit bewies, wird sich sicherlich nicht nur der produzierende Sender NDR gefragt haben, warum der Musiker überhaupt angetreten ist.


Song des Tages: „Hotel California“ von den Eagles

„Hotel California“ handle von Heroinsucht, wurde gemunkelt. Oder von dem Haus in San Francisco, in dem der Teufel angebetet wurde. Aber Don Henley hatte Prosaischeres im Sinn. „Wir waren alle Mittelschicht-Kids aus dem Mittleren Westen“, sagte er. „,Hotel California‘ war unsere Interpretation vom High Life in Los Angeles.“ (Was Heroin oder Satan ja nicht unbedingt ausschließt.) Demo übers Telefon vorgespielt Bei den Aufnahmen wurde es problematisch, als die Band in Miami Don Felders Twelve-String-Intro und das zweistimmige Gitarrensolo fürs Finale nicht mehr hinkriegte. Panisch rief Felder schließlich seine Haushälterin in Los Angeles an und ließ sie die Kassetten in seinem Heimstudio…
Weiterlesen
Zur Startseite