Electroinfizierung Teil X: Kelis mit ihrem neuen Album „Flesh Tone“. Hier vorhören.


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Christina goes „Bionic“, Kelis zelebriert ihren „Flesh Tone“: Was vor Jahren aus Indiewurzeln mit Acts wie Uffie begann, infiziert nun den Mainstream – wie das in der Popkultur nun mal so funktioniert. Was Mirwais für Madonna war und Le Tigre und Ladytron für Aguilera sind Will.I.Am und David Guetta für Kelis: Sie halfen ihr bei der selbst verordneten Electro-Infizierung.

„Mir war von Anfang an klar, dass es dieses Mal eher in Richtung Electro gehen musste“, so Kelis „Aber mir fielen immer wieder neue Dinge ein und selbst während der Aufnahmen änderte sich die Richtung permanent. Unterm Strich ist dabei ein Sound entstanden, der definitiv nach Electro- und Dance-Musik klingt und einfach nur extrem eingängig und tanzbar ist. New-Age-Disco könnte man das vielleicht nennen, oder Future-Disco.“

Beide Begriffe sind natürlich ähnlich dämlich, da mit „Flesh Tone“ weder ein neues Zeitalter anbricht, noch die Zukunft des ehrwürdigen Disco-Sounds eingeläutet wird. Alles, was man in diesem Player so hört, gibt es schon – oft eben von genau den Protagonisten, die ihr dabei halfen. Aber Pop muss ja nicht immer Erneuerung sein. Songs wie „Home“, bei dem ein kühler 80er Hauch ihre Stimme gekonnt verweht und „Brace“, das schon im Original stellenweise wie ein Justice-Remix klingt, kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Andere eher nicht so: Bei „Song For The Baby“ und „Emancipate“ klingt dann gar nix Eigenes mehr durch und man glaubt, es mit einem schwachen Madonna-Update zur „Confessions On A Dance Floor“-Phase zu tun zu haben. Aber, da urteile jeder selbst:

Albumplayer „Flesh Tone“

Video zu „Acapella“

Das Making of zu „Acapella“