Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Brennende Schuhe, schlimme Comebacks


Äußerst wenig beeindruckt vom grassierenden Grunge-Getue zeigten sich im Jahr 1994 auch die Rolling Stones, die zu einer Pressekonferenz in New York, bei der ihre „Voodoo Lounge“-Tour beworben werden sollte, mit einer Yacht vorfuhren. Ich möchte der Band darum an dieser Stelle den Preis für die interessanteste Art, 1994 zu einer Pressekonferenz vorzufahren, verleihen. Der Preis für die originellste Attacke eines Prominenten auf das Hab und Gut eines nahestehenden Menschen im Jahr 1994 gebührt ganz klar der inzwischen leider verstorbenen TLC-Rapperin Lisa „Left Eye“ Lopes, die ihrem Boyfriend im Streit die Schuhe anzündete (!), woraufhin blöderweise die ganze Bude Feuer fing. Ein paar Platten von 1994, an die aus guten Gründen in diesem Magazin eher selten erinnert wird: Crosby, Stills & Nash: „After The Storm“, Barry Manilow: „Singin’ With The Big Bands“, The Muppets: „Kermit Unpigged“ und Anal Cunt: „Everyone Should Be Killed“. Ich weiß gar nicht, welche der genannten Platten gegenwärtig noch in print sind, aber mein Respekt gilt all jenen Menschen, denen es gelingt, die vier Produktionen hintereinander durchzuhören, ohne dem zunehmenden Drang zu erliegen, sich unter irrem Zucken das Haupthaar auszureißen und es zu verspeisen. Mein Respekt gilt aber auch allen Menschen, denen es gelingt, einfach nur die Crosby-Stills-&-Nash-Platte durchzuhören. Was machten die regelmäßigen Titelbild-Stars des ROLLING STONE 1994? Die Rolling Stones fuhren mit der Yacht rum. Bob Dylan folgte dem Beispiel der Muppets und veröffentlichte ein „Unplugged“-Album. Bruce Springsteen nahm einen Oscar für „Streets Of Philadelphia“ entgegen, und David Lee Roth brachte „Your Filthy Little Mouth“ raus. Ach, David Lee Roth war noch nie auf dem ROLLING-STONE-Cover? Na, dann wird’s aber höchste Zeit! Ich finde, 1994 sollte uns allen eine Lehre sein. Was es zu lernen gibt? Zum Beispiel, dass man anderen Leuten nie im Streit die Schuhe anzünden sollte. Und auch sonst nicht.

Madonna wird wegen George-Floyd-Tribut verspottet: „Danke, dass du für uns den Rassismus wegtanzt!“

Madonna ist steht wieder einmal im Zentrum eines Shitstorms. Anfang der Woche hatte es der Popstar anderen US-Stars gleich gemacht und sich in den sozialen Medien zum Tod von George Floyd geäußert, einem von Polizisten ermordeten Afroamerikaner. Der Tod, der von einer Passantin auf Video festgehalten wurde, führte weltweit zu Entsetzen und zog heftige Unruhen in den USA nach sich. Mit einem Nachfolge-Post wollte die Sängerin dem Verstorbenen  Tribut zollen, überschritt allerdings damit nach Ansicht ihrer Follower die Grenzen des guten Geschmacks. Auf Instagram postete Madonna am Donnerstag ein Video ihres 14-jährigen Sohnes David Banda, wie er knapp drei Minuten zu…
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