Eric Pfeils Pop-Tagebuch: Lieblingsalben aus 1001 Nacht

Interessanterweise wurde „Hallowed Ground“ noch vor der Veröffentlichung des berühmten Sturm-und-Drang-Debüts aufgenommen, die Angabe auf der Rückseite des Covers, der zufolge die Platte 1984 produziert wurde, ist vorsätzliche Irreführung. Während „Hallowed Ground“ von der Kritik gelobt wurde, waren viele Fans weniger begeistert von dem religiösen Furor der Stücke. 1985 folgte „The Blind Leading the Naked“, auf dem der Sound der Band von einer allzu zeittypischen Produktion kompromittiert wurde.

The Monochrome Set – „Volume, Contrast, Brilliance…“ (1983)

Bei der vorliegenden Platte der Pop-Exzentriker The Monochrome Set handelt es sich um eine Zusammenstellung diverser Singles und Radio-Sessions. Erstanden habe ich „Volume …“ 1985 zum Zeitpunkt meiner Fan-Werdung für drei Mark irgendwas im großen Saturn-Gebäude am Kölner Hansaring, das dieser Tage seine Pforten schließt. Kurz zuvor hatte ich die Band mit ihrem Album „The Lost Weekend“ kennengelernt, das ich an dieser Stelle für die alleinige Umkrempelung meines Musikgeschmacks im selben Jahr verantwortlich machen möchte.

The Monochrome Set, 1978 in London gegründet, warfen in ihrer Glanzzeit Art-School-Attitüde, Psychedelia und Post-Punk zusammen und sahen dabei aus, als hätte Jean-Luc Godard eine New Wave-Band gecastet. Ihre Früh-Achtziger-Alben, allen voran „Love Zombies“ (1981) und „Eligible Bachelors“ (1982), sind in ihrer Mischung aus Bizarrerie, Catchyness und Stilsicherheit nicht genug zu preisen und dürfen bedenkenlos zwischen Orange Juice, den Soft Boys und The Jazz Butcher einsortiert werden. Gerne wird vom Einfluss der Band auf The Smiths und Franz Ferdinand berichtet.

Auf der vorliegenden Zusammenstellung hörte ich erstmals einige der besten Monochrome Set-Stücke: den grandiosen Popsong „The Jet Set Junta“, die faszinierende Single „Eine Symphonie des Grauens“ oder das lässige „He’s Frank (Slight Return)“, das tatsächlich klingt wie alles, was Franz Ferdinand je sein wollten. Zwischendurch stellt John Peel die Band vor und beklagt irgendwelche nicht funktionierenden Studio-Gerätschaften; ein anderer Moderator will wissen, ob Sänger Bid tatsächlich von indischen Königinnen und Prinzen abstamme.



Die Alben des Jahres 2019: Eric Pfeil

Die Alben des Jahres 2019 – von Eric Pfeil Sun Kil Moon: I Also Want To Die In New Orleans Shari Vari: Now Purple Mountains: Purple Mountains Robert Forster: Inferno Mark Kozelek & Petra Haden:  Joey Always Smiled The Düsseldorf Düsterboys: Nenn mich Musik Bill Callahan: Shepherd In A Sheepskin Vest Maxi Pongratz: Maxi Pongratz Billie Eilish: When We All Fall Asleep, Where Do We Go? Lana Del Rey: Norman Fucking Rockwell Yvon: Im Kreis der Liebe Pauls jets: Alle Songs bisher The Flaming Lips: King’s Mouth Van Spar: Under Pressure Jerry Leger: Time Out For Tomorrow Vampire Weekend: Father…
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