Exklusive Pre-Premiere und Tickets gewinnen: „IT MUST SCHWING! – THE BLUE NOTE STORY“ im „Venue Berlin“

„It Must Schwing!“ erzählt die Geschichte einer großen Freundschaft: Die Berliner Emigranten Alfred Lion und Frank „Francis“ Wolf gründeten 1939 in New York die wichtigste Jazz-Plattenfirma aller Zeiten: Blue Note Records. Getrieben von der Liebe zum Jazz veröffentlichten sie in den Folgejahren Musik von Miles Davis, Herbie Hancock, John Coltrane, Quincy Jones und zahlreichen anderen Jazz-Giganten.

Der vielfach preisgekrönte Regisseur Eric Friedler begibt sich mit „It Must Schwing!“ auf die Spuren dieser besonderen Erfolgsgeschichte. Friedler sprach mit Blue-Note-Legenden wie Sonny Rollins und Wayne Shorter, ihm gelangen einmalig intime Einblicke in jene Epoche, in der Jazz am aufregendsten war und die Welt sich für immer veränderte.

Herbie Hancock

BLUE NOTE TALK

HOSTED BY:

MAIK BRÜGGEMEYER
(ROLLING STONE)

5. SEPTEMBER 2018

Kooperation

EINLASS: 19:00 UHR

THE VENUE BERLIN
MEHRINGDAMM 3
10961 BERLIN

Gewinnen!

Wir verlosen 10×2 Karten für das Event. Einfach mailen und als Lösungswort „Blue Note“ eingeben. Einsendeschluss: 04. September 2018. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Gelebte Utopie

aus ROLLING STONE 09/2019

von Maik Brüggemeyer

Es waren jüdische Männer aus Berlin, Alfred Löw und Frank Wolff, die die Geschichte des modernen Jazz entscheidend prägten. Ende der Dreißiger flohen sie vor den Nationalsozialisten nach New York City. Löw, der sich fortan Lion nannte, ging als Erster in die USA und gründete zusammen mit dem kommunistischen Autor Max Margulis, der vor allem als Geldgeber fungierte, Blue Note Records. Die erste Aufnahmesession des Labels, unter anderem mit den seinerzeit beliebten Pianisten Albert Ammons und Meade Lux Lewis, fand am 6. Januar 1939 statt. Ende desselben Jahres emigrierte auch Wolff, der sich nun Francis Wolff nannte.

Während Lion der geborene Impresario und Geschäftsmann war, war der gelernte Fotograf eher schüchtern, sollte aber mit seinen Schwarz-Weiß-Momentaufnahmen ebenso wie ab 1956 Reid -Miles mit seinem Coverdesign für Blue Note die Ikono-grafie des Jazz prägen.

Zum 90. Geburtstag des Labels, auf dem wegweisende Alben wie John Coltranes „Blue Train“ (1957), Cannonball Adderleys „Somethin’ Else“ (1958), Eric Dolphys „Out To Lunch!“ (1964) und Herbie Hancocks „Maiden Voyage“ (1965) erschienen sind, kommt bereits am 6. September eine von Wim Wenders produzierte Dokumentation des deutsch-australischen Regisseurs Eric Friedler in deutsche Kinos.

John Coltrane
John Coltrane

„Das Faszinierende für mich war, dass zwei Männer aus Deutschland, die in ihrem Heimatland verfolgt wurden, nach Amerika kamen und hier vollkommen selbstlos ihre Liebe zum Jazz auslebten und ein Label gründeten, das später zur Legende wurde“, so der 47-Jährige, der über die Plattensammlung seines Vaters in seiner Jugend zum Jazz kam.

Die einzige Forderung, die Lion und Wolff, die ihre Musiker auch für ihre Proben bezahlten, immer wieder stellten, erinnern sich einige von ihnen amüsiert in Friedlers Film, sei ein mit starkem Akzent vorgetragenes: „It must schwing!“ gewesen. Und so lautet auch der Titel der Dokumentation, in der selten gezeigte Filmaufnahmen zu -sehen sind und Teile dieser Geschichte einer Freundschaft, die zugleich eine Geschichte der Freiheit ist, mit Schwarz-Weiß-Animationen illustriert werden, die an die Ästhetik von Wolffs Fotografien angelehnt sind. Die beiden Labelgründer kommen in Archivaufnahmen auch selbst zu Wort, zudem zahlreiche Blue-Note-Künstler wie Herbie Hancock, Sonny Rollins, Wayne Shorter, Kenny Burrell, Quincy Jones und Lou Donaldson.

„Ich habe das Gefühl gehabt, es ist jetzt der letzte Moment, diese Stimmen einzufangen. (Der legendäre Toningenieur) Rudy Van Gelder ist ein gutes Beispiel dafür: Es war das letzte Interview, das er vor seinem Tod gab. Sonny Rollins oder Benny Golson oder Sheila Jordan sind schon an die 90 Jahre alt. Die sind alle noch fit, aber wer weiß, wie es in einem Jahr wäre.“ Wolff starb 1971, Lion verkaufte das Label im gleichen Jahr und starb 1987.

Es sei den Künstlern ein großes Anliegen gewesen, die Erinnerungen an die beiden Freunde wachzuhalten. „Es gab niemanden, der gesagt hat: ,Warum soll ich mich dazu äußern, das ist doch lange her.‘ Oder: ,Ich war doch nur eine kurze Zeit bei Blue Note.‘ Oder: ,Ich war nur ein Sideman.‘ Alle waren der Meinung, dass es wichtig war, Alfred und Francis die verdiente Anerkennung zu zollen, und es war allen bewusst, dass sie ohne diese beiden keine Karriere hätten machen können.“
In einer Zeit, als Afroamerikaner in den USA stark diskriminiert wurden, gaben die beiden Labelgründer ihnen die totale künstlerische Freiheit und sahen in ihnen gleichberechtigte Partner.

„Ich denke nicht, dass sie dabei eine politische Agenda hatten“, so Friedler. „Es war selbstverständlich für sie, sich zu entfalten und zugleich andere sich entfalten zu lassen und die Musiker, die sie bewunderten, würdevoll und mit Respekt zu behandeln. Aber natürlich war Blue Note, weit vor der Bürgerrechtsbewegung, eine gelebte Utopie. Das ist das, was auch Benny Golson im Interview sagt: ,Es war ein Gefühl der Freiheit, der Emanzipa-tion. Denn wir waren alle gleich. Und das war auch gut für die Musik.‘ “

IM
JP Jazz Archive Redferns

The Cure: Ex-Drummer hat Krebs im Endstadium

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