Feine Sahne Fischfilet in Dessau: Brauhaus statt Bauhaus – der Auftritt

Nach langem Hin und Her sind Feine Sahne Fischfilet am Dienstag (06. November) in Dessau aufgetreten. Nach der Absage der Veranstalter der ursprünglichen Location, dem Bauhaus Dessau, hat die Band also doch noch in der Stadt spielen können. Im alten Brauhaus der Stadt gaben sie eine umjubelte – und friedliche Show.

Das Konzert war innerhalb von 20 Sekunden ausverkauft gewesen. Da das Brauhaus kein offizieller Veranstaltungsort und zudem denkmalgeschützt ist, hatten Ehrenamtliche das Kesselhaus zuvor für das Konzert vorbereitet. Andere Bauhäuser und weitere Städte hatten die Band eingeladen, doch die Gruppe bestand darauf, in der ostdeutschen Stadt zu spielen: „Für uns war schon klar, dass wir heute natürlich nicht in Berlin spielen wollen, sondern dass wir denken, dass es richtig ist, in Dessau zu sein“, heißt es von Seiten Feine Sahne Fischfilets.

Friedliche Kundgebung statt rechte Protesten

Die befürchteten rechten Proteste, aufgrund welcher das Bauhaus das Konzert offiziell abgesagt hatte, fanden nicht statt. Stattdessen demonstrierten Bürger am frühen Abend vor der Kulturstätte. Auch FSF-Sänger Monchi und der ehemalige Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt erschienen zur Kundgebung für Kunstfreiheit.

Kooperation

Monchi bedankte sich beim Bauhaus für die Promo und die Möglichkeit, statt vor 120 vor 600 Menschen spielen zu können. Der Sänger betonte, dass es wichtig sei, „den Nazis zu zeigen, dass man nicht vor ihnen einknickt“. 200 Tickets gingen direkt an Dessauer Bürger, einige Karten wurden zudem an Kinder von AfD- und CDU-Politikern verteilt – die Parteien hatten zuvor Druck auf das Bauhaus ausgeübt, der Band abzusagen. So wurden Feine Sahne Fischfilet von einem großen diversen Publikum in Dessau gefeiert.

Den Konzertmitschnitt vom ZDF gibt es am 1. Dezember bei 3Sat zu sehen.


Feine Sahne Fischfilets „Wildes Herz“-Doku ab sofort im Stream

Die Dokumentation „Wildes Herz“ über Feine Sahne Fischfilet ist ab sofort im Stream verfügbar. Schauspieler Charlie Hübner begleitete die Band mehrere Jahre bei Konzerten und ihrem Kampf gegen Rechtsradikale und für Gerechtigkeit. Hübner, der sich die mecklenburgische Heimat mit der Band teilt, beleuchtet in „Wildes Herz“ neben den Touren vor allem die Persönlichkeit und das Handeln von Sänger Jan „Monchi“ Gorkow, der als authentischer Selbstdarsteller agiert – von Hübner selbst als „Aufsager von Leben“ bezeichnet. https://youtu.be/LzRP6tTngXE Neben Interviews mit dem 28-Jährigen und den Bandmitgliedern kommen auch Familie und Freunde zu Wort. Im kürzlich ausgestrahlten „Polizeiruf 110: Kindeswohl“, in dem Hübner als…
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