Film & TV – Reviews

  • Elser

    - Regie: Oliver Hirschbiegel

    Die ersten Minuten erzählen noch einmal das, was man mit dem Namen Georg Elser verbindet. Wie er am 8. November 1939 die Bombe legt im Münchner Bürgerbräukeller und wie Hitler, Goebbels, Himmler und Co. das Gebäude 13 Minuten vor der Explosion verlassen. Danach zeigt der Film den unbekannten Elser, den auch unter Folter unbeugsamen, freiheitsliebenden […] mehr…

  • Tipp: Eine neue Freundin - Regie: François Ozon

    Ein Lippenstift fährt über ihren sinnlichen Mund, ein Mascara­stift zeichnet ihre langen Wimpern nach, blonde Haare umrahmen ihr schönes Gesicht. Ihre blauen Augen leuchten wie Saphire. Sie trägt ihr weißes Hochzeitskleid, dessen Schleifchen und Bändchen von fremden Händen festgezurrt werden. Dann fährt eine Hand über ihre Augen und schließt sie. Da erst wird uns Zuschauern […] mehr…

  • A Most Violent Year - Regie: J. C. Chandor

    Regisseur J. C. Chandor hat Gefallen daran, Männer als einsame Kämpfer in einer Umwelt zu präsentieren, die ihnen nicht unbedingt wohlgesonnen ist. 2013 konnte man Robert Redford in „All Is Lost“ dabei beobachten, wie er auf einer Yacht inmitten des Indischen Ozeans ums Überleben kämpfte, nun sieht Oscar Isaac sich als ehrlicher Unternehmer Abel Morales […] mehr…

  • Als wir träumten - Regie: Andreas Dresen

    Vorlage für den neuen Film des empathischsten Vertreters der Berliner Schule, Andreas Dresen („Sommer vorm Balkon“, „Halt auf freier Strecke“), ist eine Adaption von Clemens Meyers gleichnamigem Roman. Es geht um eine Clique, deren Jugend am Leipziger Stadtrand in der DDR beginnt und in der BRD endet. Eine typische Coming-of-Age-Geschichte eigentlich – es geht um […] mehr…

  • American Sniper - Regie: Clint Eastwood

    „American Sniper“ umreißt das turbulente und tragisch kurze Leben des tödlichsten aller Heckenschützen der US-Militärgeschichte, Chris Kyle. Clint Eastwood, der mit einem von Jason Hall nach Kyles Memoiren verfassten Drehbuch arbeitet, schließt das Explosive mit dem Leid kurz, wie nur er es kann. Und Bradley Cooper gibt alles und noch mehr in seiner radikalen Darstellung, […] mehr…

  • Still Alice - Regie: Richard Glatzer

    Während einer Linguistik-Vorlesung fehlen der Professorin Alice Howland plötzlich die Worte. Später verläuft sie sich auf der üblichen Jogging-Route, die neue Freundin des Sohnes wird an einem Abend zwar freundlich, aber mehrmals begrüßt. Ein Arzt diagnostiziert eine seltene Form von Alzheimer, die Alice mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ihren Kindern vererbt hat. Tochter Lydia verzichtet auf […] mehr…

  • 3 Herzen - Regie: Benoît Jacquot

    Nach einem Termin in der Provinz verpasst Marc den letzten Zug nach Paris. Auf der Suche nach einem Hotel lernt er Sylvie kennen, mit der er gemeinsam die Nacht durchstreift. Sie wollen sich wiedersehen, doch das Schicksal treibt sie auseinander. Einige Zeit später lernt Marc Sophie kennen und lieben, sie beschließen zu heiraten. Doch Sophie […] mehr…

  • Tipp: Leviathan - Regie: Alexej Serebrjakow

    Ungeachtet aller Vorurteile über die russische Trinkfestigkeit: In Andrei Swjaginzews „Leviathan“ wird so viel Wodka gesoffen, dass man schon beim Zusehen Kopfschmerzen kriegt. Viel Abwechslung bekommen die Einwohner des kleinen Fischerdorfes am nördlichsten Ende Europas allerdings auch nicht geboten. Moskau ist weit entfernt, auch wenn im Büro des Bürgermeisters, der seine Verwaltungspflichten sehr großzügig auslegt, […] mehr…

  • American Sniper - Bradley Cooper, Sienna Miller, Regie:…

    „American Sniper“ umreißt das turbulente und tragisch kurze Leben des tödlichsten aller Heckenschützen der US-Militärgeschichte, Chris Kyle. Clint Eastwood, der mit einem von Jason Hall nach Kyles Memoiren verfassten Drehbuch arbeitet, schließt das Explosive mit dem Leid kurz, wie nur er es kann. Und Bradley Cooper gibt alles und noch mehr in seiner radikalen Darstellung, […] mehr…

  • Zabriskie Point

    Zabriskie Point - Regie: Michelangelo Antonioni

    Im Februar 1970 lief „Zabriskie Point“ in den US-Kinos an. Der Versuch des italienischen Regisseurs Michelangelo Antonioni, die amerikanische Counter-Culture zu fassen, wurde zum cineastischen Meisterwerk mehr…

  • Cruising – Wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen - Regie: William Friedkin

    Heute vor 35 Jahren lief William Friedkins umstrittener Thriller „Cruising“ um einen Mörder in der homosexuellen Subkultur New Yorks in den Kinos an – und löste damit heftige Debatten aus. mehr…

  • Tipp: Foxcatcher - Regie: Bennett Miller

    Sportler und Mäzen stehen im Mittelpunkt eines Sportfilms, der von inneren Kämpfen berichtet mehr…

  • Whiplash - Regie: Damien Chazelle

    Der Elitemusikcollege-Student Andrew Neiman (Miles Teller, wie schon in „The Spectacular Now“ blitzsauber als gebrochener Teenager) fristet sein Dasein mit Kinobesuchen, alleinstehendem Vater und Schlagzeugüben. Wer hat schon Freunde, wenn er den ganzen Tag Charlie Parker und Buddy Rich hört? Da holt ihn der gefürchtet tyrannische Übungsleiter und Akribie-Marquis-de-Sade Terence Fletcher in die Band und […] mehr…

  • Inherent Vice - Regie: Paul Thomas Anderson

    Thomas Pynchons Romane gelten gemeinhin als unverfilmbar. Anderson, der sich als erster Hollywood-Regisseur trotzdem ranwagt, hatte sich ursprünglich „Vineland“ ausgesucht, gab jedoch den Versuch, den Irrwitz der Story in ein griffiges Drehbuch zu übertragen, bald wieder auf. Stattdessen knöpfte er sich das weniger komplexe „Inherent Vice“ vor, das in Andersons Geburtsort und -jahr spielt: Los […] mehr…

  • John Wick - Regie: Chad Stahelski, David Leitch

    Eigentlich hat Profikiller John Wick seinen Job an den Nagel gehängt. Der Liebe wegen. Doch als seine Frau nach heftiger Krankheit stirbt und Einbrecher seinen Hundewelpen erschlagen, greift er wieder zu den Waffen. Dumm nur, dass der Täter der Sohn des berüchtigsten Gangsterbosses von New York ist. Und so wird Johns persönlicher Rachefeldzug zu einem […] mehr…

  • Selma - Regie: David Ava DuVernay

    Das Städtchen Selma in Alabama wurde Mitte der 60er-Jahre zum Synonym für Martin Luther Kings gewaltfreien, viele Opfer fordernden Kampf, das im Civil Rights Act von 1964 festgelegte Wahlrecht der schwarzen US-Bevölkerung gegen den Widerstand weiter Teile der Südstaatenregierungen und -bürger durchzusetzen. Der Marsch von Selma in die Hauptstadt Montgomery zwang den US-Präsidenten Lyndon B. […] mehr…

  • Berlinale 2015: Eröffnungsfilm „Nobody Wants the Night“ – täuschende Romantik

    Isabel Coixets in Norwegen gedrehtes Grönland-Drama "Nobody Wants the Night" bietet zur Eröffnung der 65. Filmfestspiele in Berlin leider kein so ein vergnügliches Spektakel wie Wes Andersons prominent besetztes Balkanmärchen "Grand Budapest Hotel" im vergangenen Jahr. Mit der eisigen Kulisse weiß Coixet nicht so richtig etwas anzufangen. mehr…

  • Guten Tag, Ramón - Regie: Jorge Ramirez Suárez

    Der junge Mexikaner Ramón Carlos soll sich über die amerikanische Grenze ins gelobte Land stehlen, um von dort aus seine Familie zu ernähren. Fünfmal schon hat er sich von Schleuserbanden in einen Lkw pferchen lassen, und jedes Mal ging etwas schief. Dann erzählt sein bester Freund von einer Tante, die in Saus und Braus in […] mehr…

  • Coherence - Regie: James Ward Byrkit

    Acht Freunde treffen sich nach langer Zeit wieder zum Essen. An dem Abend passiert auch ein Komet die Erde und sorgt für merkwürdige Ereignisse: Erst spielen alle Handys verrückt, dann fällt der Strom aus. In der Nachbarschaft ist überraschenderweise ein Haus noch beleuchtet. Was dort allerdings lauert, widersetzt sich jeder Logik. „Coherence“ wurde ohne Drehbuch […] mehr…

  • Herz aus Stahl - Regie: David Ayer

    Panzerschlachten in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs klingen erst mal (zumindest für amerikanische Ohren – Anm. d. Red.) nach Eskapismus für Action-Freaks. Doch der von David Ayer („End Of Watch“) anspruchsvoll und mit viel Herzblut geschriebene und inszenierte Film „Herz aus Stahl“ (im Original: „Fury“) lässt uns nicht einfach mit simpler Videospiel-Gewalt vom Haken. […] mehr…