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Gewinner des „John Lennon Förderpreises ’95“: die Gruppen SubOrange Frequency und Ninos Con Bombas

Dahàn lief lange auf Krücken. „Aber deshalb muß man doch das Tanzen nicht sein lassen“, sagt der Sänger von SubOrange Frequency. „So entwickelte ich trotz meines Hüftleidens einen ganz eigenen Tanzstil.“ Wie der Glöckner von Notre Dame schleicht und humpelt er um die Boxen herum, sucht und findet irgendwelche Höhlen in den Aufbauten, nur Kopf und Mikro schauen und schreien ins Publikum.

Was will uns der kahle Schädel, der ein wenig aussieht wie Klaus Kinski als „Nosferatu“ im Werner-Herzog-Film, denn mit all dem sagen? „Das Eis, auf dem sich unsere Zivilisation bewegt, ist dünn. Nehme x-beliebige gutsituierte Herren und Damen und setze sie auf einer öden Insel ohne Wasser und Nahrung aus – es wird nicht lange dauern, bis sie ihr Gegenüber als Nahrung betrachten!“ „Break My Bone“ heißt der entsprechende Song, der der postindustriellen Zeit Erinnerungen ans Neandertal mit auf den Weg gibt Was den Sänger der Hamburger Band umtreibt, ist sein ureigenes Survival-Szenario. Doch trotz Operation will er nicht weg von seiner Musik, keine Atempause machen. Vorm Krankenhaus wird deshalb ein mobiles Tonstudio bereitstehen, denn die erste CD ist in Arbeit. Dahan: „Und ich werde singen, egal wie!“

Die Musik der frischgebackenen Gewinner des John Lennon Förderpreises ’95“ ist heavy, funky, melodiös, wild, kantig und psychedelisch, die morbiden Leidenschaften korrespondieren ein wenig mit dem frühen David Bowie und der Lust am kühlen Exzeß.

Männer mit seltsamen Vornamen. Bassist Uev sagt, warum:

„Weil unsere bürgerlichen Namen schrecklich teutonisch klingen und ellenlang sind.“ Brüder im Geiste sind die ebenfalls in Hamburg gegründeten Ninos con Bombas. Kinder mit Bomben? Man verweist lässig auf Dada, lieber Nonsens als Konsens. „Ich hatte die erste Punk-Band in Santiago gegründet, die Pinochet Boys. Wir bekamen (eider Auftrittsverbot, und eines Tages besuchten mich ein paar Herren von der Regierung und meinten, es wäre für mich besser, wenn ich mich ganz schnell verpissen würde.“ So berichtet Daniel Puente, Gitarrist und Sänger des Drei-Länder Trios.

Der Chilene probt den Aufstand nun bei uns gemeinsam mit dem Brasilianer Jose Menck und dem Westfalen Norman Jankowski. Bassist Menck blickt auch seinem tiefen Übungsraumkeller unter einer hanseatischen S-Bahn-Brücke gern zum Horizont: „Europa hat bei uns geplündert: Columbus kam, jetzt kommen wir.“ Ein seltenes Gemisch wird da serviert: Punk mit bereits erwähntem Blue Beat, mit Latino-Rhythmen und sonstigen, nicht nur giftigen Crossover-Würzmitteln. Gesungen wird in englisch, spanisch und deutsch. „Sunday Morning In Zwangsjacke“ heißt solch ein Titel. Fritz Rau ist schon begeistert.


Paul McCartney: Lennon sagt ihm noch immer, welche seiner Songs was taugen

Dass Paul McCartney auch heute noch Relevanz in der Popmusik hat, steht spätestens seit dem Nummer-Eins-Erfolg mit „Egypt Station“ außer Frage. Doch an wessen Meinung soll sich solch ein längst legendärer Musiker messen? Der Brite meint: An seinem ehemaligen Beatles-Kollegen John Lennon. Wie der 76-Jährige gegenüber dem „NME“ verriet, beurteilt er neues Material nach der Vorstellung, wie der verstorbene Sänger möglicherweise darauf reagiert hätte. „Ich habe manchmal einfach gedacht: ‚Okay, alles klar, das ist jetzt eine Beatles-Session, eine Schreib-Session mit John'. Und ich würde sagen: ‚Was denkst du darüber?'“ Darauf hätte ihm Lennon im Kopf entweder „Das ist großartig, behalte…
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