Green Day: Live im Sommer in Deutschland. Zusatzshow in Hannover.


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Man darf natürlich keinen Punkrock mehr erwarten, wenn man auf ein Konzert von Green Day geht. Was man dort zu sehen bekommt, ist eher eine Mischung aus Stadionrock mit Punkeinflüssen, Multimedia-Show und einer Prise Kindergeburtstag. Das konnte man erst wieder bei der letzten Green Day-Tour im vergangenen Jahr sehen. Billie Joe Armstrong flitzte dabei über die Bühne, als wäre er zuvor in einen Bottich voller Energy Drink gefallen, animierte alle zweieinhalb Minuten die Massen zu Singchören und holte mindestens bei jedem dritten Song ein Kid aus den ersten Reihen auf die Bühne. Einmal wurde gar eine ganze Band aus dem Publikum gecastet, um einen frühen Green Day-Song zu spielen.

Begleitet von einer abwechslungsreichen Multimediashow vor aufwendiger Kulisse, hat man an solch einem Abend also zutiefst amerikanisches Entertainment mit Hang zur großen Geste. Was im Falle Green Days aber durchweg Spaß macht, vor allem, weil Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool über zweieinhalb Stunden Vollgas geben. Einziger Wermutstropfen: Aggressive Songs wie zum Beispiel „American Idiot“ verlieren durch den begleitenden Klamauk einen Großteil ihrer Sprengkraft. Dafür überraschen Green Day jedoch immer wieder mal mit einer deutlichen Verneigung vor ihrer Punkrockvergangenheit: So darf ein Cover von Operation Ivy in der Tracklist nicht fehlen.

Ab Ende Mai werden Green Day auf diversen Openair-Spieltstätten in Deutschland Station machen. Hier sind die Daten:

30.05. Hannover / TUI Arena (Zusatztermin)
11.06.2010 Fr. München / Reitstadion Riem
01.07.2010 Do. Mainz / Messepark

Green Day – „We Are The Champions“ (live Reading 2006)