„Gutmensch“-Patent: Die Toten Hosen haben sich das Unwort des Jahres als Marke schützen lassen


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Nach Lügenpresse, Sozialtourismus undOpfer-Abo gibt es seit vorgestern (12.01.) ein neues Unwort des Jahres. Diesmal fiel die Wahl der Jury auf „Gutmensch“.

Laut dem Gremium diffamiere die Bezeichnung „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv und dumm“.

Was die Entscheidungsträger nicht wussten, ist dass sich die Toten Hosen „Gutmensch“ vor einem Jahr beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) schützen ließen. Jury-Sprecherin Prof. Nina Janich kommentierte dies mit einem Hauch Ironie: „Die Band hat sich auch noch nicht bei uns gemeldet.“

Patrick Orth, Geschäftsführer des Hosen-Unternehmens JKP, hatte im Januar 2015 das Patent beantragt. Insbesondere soll es der Band so möglich sein, das Wort als Marke für Tassen, Longsleeves, Fruchtsäfte, Bier und andere alkoholhaltige Getränke zu nutzen.

Seit Anfang letztens Jahres vertreiben die Toten Hosen über ihren Merchshop Fan-Shirts mit dem „Gutmensch“-Print.

Der Antrag Orths deutet jedoch darauf hin, dass die Marke zukünftig erweitert wird und ein Bier mit der Bezeichnung geplant ist.

Die Wahl als Unwort des Jahres tangiert den Patentschutz laut dem zuständigen Sachbearbeiter beim DPMA, Sven Holland, nicht.

„Solange kein Löschungsverfahren läuft, gilt die Marke als eingetragen.“

Die Band nutzt diese witzige Parallele derweil auf ihre ganz eigene Weise. Am Mittwoch (13.01.) hieß es auf der Fanshop-Seite der Hosen:

„Um dem Gutmenschentum noch die Krone aufzusetzen, gehen zur Feier des Wahlerfolgs zum ‚Unwort des Jahres‘ ab sofort 10 Euro von jedem verkauften Shirt an den ‚RAA Sachsen’ Opferberatung-Unterstützung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt.“

So bewirkt dieses Unwort letztlich sogar jede Menge Gutes.


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