Happy Birthday, Bono!


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U2-Sänger Bono feiert seinen 54. Geburtstag. Wir gratulieren mit dem ältesten Artikel über U2, den wir in unserem Archiv finden konnten: Eine Musikexpress-Rezension aus der Ausgabe 2/1981:

U2 – Boy *****

Wer möchte sich an einem solchen Cover vorbeistehlen, ohne aus purer Neugierde mal in die Platte hineinzuhorchen?! Fotograf Hugo McGuinness hat da einen kleinen Schnulli ins Bild gerückt, von dem man nicht weiß, ob eventuell viel, viel mehr hinter seinen Augen steckt als z.B. die mögliche Angst des Kindes vorm Wannenbad.

U2 also – entweder „ihr zwei“, „auch du“ oder nach jenem fliegenden Mordinstrument benannt, mit dem Mr. Gary Powers seinerzeit auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden war. U2: Bono (voc), The Edge (g). Adam Clayton (b) und Larry (dr), ein von Steve Lillywhile produziertes Quartett aus Dublin. Kurzer Exkurs: vor einiger Zeit (es scheint abzuebben, hoffentlich) gab’s fast wöchentlich „neue“ Alben von Bands wie The Pop, Shoes, Romantics usw., eines seichter als das andere. Vielleicht setzt sich eine derartige Schwemme nun auf verschobener Ebene fort, was den Sound und insbesondere das Niveau betrifft. Um einen bewußt riesigen Bogen zu spannen: Echo & the Bunnymen, Wah! Heat, Joy Division, Doll By Doll – irgendwo da hinein gehören auch U2, natürlich mit entsprechenden Abweichungen.

Was nicht etwa heißen soll, daß die Band nur kopiert, plagiiert oder gar schlecht wäre, im Gegenteil. Während der kompletten Laufzeit fällt die Qualität der elf Songs kaum ab. Sie leben von stark akzentuierten Baßlinien, hohen, grellen Gitarren (so überdeutlich, wie sie auch Vinnie Reilly von Durutti Column spielt) und trocken bollernden Schlagzeugpassagen. Bonos Stimmlage – was kann er dafür?! ist auch die von Ian McCulloch. Sie impft den Kompositionen Kühle und Bestimmtheit ein. Es geht um „Twilight“, „Shadows And Tall Trees“ und „The Ocean“, sorgfältig und gefühlvoll getextet. Offenbart eine Zeile mal fast das Hohelied poetischer Überfrachtung („Life through a window/a discoloured pain“), kommt schon die folgende von unten aus der Waschküche („Mrs. Brown’s washing is always the same“): Alltag.

Die Arbeit der Band sorgt für bizarre Dramatik, die trotz häufigen Echogebrauchs immer transparent bleibt. Sicher, man sollte nicht dauernd Vergleiche bemühen, wer’s im Falle U2 jedoch unterläßt, ist womöglich taub dermaßen heftig drängen sich Ähnlichkeiten auf. Dennoch, und ohne Einschränkung: 5 Sterne (6 für’s Cover).

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Eine Leseprobe: