Joe Henderson The State Of The Tenor Voll & 2

In den Sechzigern machte er fünf Leaderplatten für Blue Note und unzählige Sideman-Aufnahmen. Doch für den großen Durchbruch war der kleine Saxofonist wohl zu bescheiden. Desto fundamentaler fiel sein Comeback aus: Drei Abende lang saß die Jazz-Prominenz seinerzeit im Village Vanguard und lauschte gebannt der prickelnden Auferstehung einer packenden Legende. Nie hat jemand so unaufgeregt die aufregendsten Dinge geblasen – nur begleitet von Bass und Drums. Selbst der Purist und Labelgründer Alfred Lion fand, dies sei die beste Blue-Note-Platte aller Zeiten.

Der Musikarchitekt am Altsaxofon versichert sich Jahrtausendwende seiner Wurzeln in der Blue-Note-Vergangenheit. Mit Label-Veteran Andrew Hill, seinem Mentor, stellt er hier ein Sextett von Einzelgängern auf die Beine und macht Jazz noch einmal zum elementaren Abenteuer. Osby über Hill (oder Hill über Osby?): „Er ist ein Meisterdenker konzeptioneller Theorie, ein echter Strukturalist, der Musik aus kleinen Zellen aufbaut. Seine Stücke und sein Spiel wirken auf mich wie Geometrie.“ Im unbegleiteten Duo verschmilzen die beiden zum zweiköpfigen Wundertier.

BLUE NOTE RELOADED DIE HIGHLIGHTS VON 1985 BIS HEUTE

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