Kino: Golden Globe für Christoph Waltz, Michael Haneke und Jeff Bridges


von

Die Golden Globes, die alljährlich von der in Amerika arbeitenden Auslandspressenvereinigung HFPA vergeben werden, gelten als inoffizielles Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihungen. Wer also gestern mit einer Trophäe bedacht wurde, hat gute Chancen am 07. März mit einem Oscar in der Hand im Scheinwerferlicht zu stehen.

Aus deutscher Sicht dürfte es freuen, das Christoph Waltz für seine diabolische Darstellung des „Judenjägers“ Hans Landa (Foto) in Tarantinos „Inglourious Basterds“ einen Golden Globe als „Beste Nebenrolle“ bekommen hat. Waltz dankte auf der Bühne explizit Quentin Tarantino und zeigte sich beinahe euphorisch über die Arbeit mit ihm: „Er nahm meine bescheide kleine Welt, meinen Globus, und mit der Kraft seines Talents und seinen Worten und seiner Vision schleuderte er ihn in seinen Orbit, eine atemberaubende Erfahrung“. Waltz hatte für die Landa-Rolle bereits im vergangenen Jahr in Cannes einen Preis als bester männlicher Darsteller bekommen.

Der Golden Globe für den besten ausländischen Film ging an den (in München geborenen) Österreicher Michael Haneke. Er bekam den Preis für „Das weiße Band“ von Sophie Loren überreicht und stellte auf der Bühne ganz bescheiden klar, dass vor allem die Kinderdarsteller seines Films diesen Preis verdient hätten.

Jeff Bridges gewann den Preis als bester männlicher Hauptdarsteller für seine Rolle in „Crazy Heart“. Bridges spielt dabei den runtergerockten Countrysänger Bad Blake, laut Regisseur Scott Cooper eine Kombination aus Waylon Jennings, Kris Kristofferson und Merle Haggard. Das Drehbuch entstand auf der Grundlage des gleichnamigen Buches von Thomas Cobb. Die Musik zum Film wurde von T-Bone Burnett geschrieben, der ja schon mit seiner Arbeit für den Coen-Klassiker „O Brother, Where Art Thou?“ überzeugte. Der Titelsong „The Weary Kind“, gesungen von Jeff Bridges, gewann zudem in der Kategorie „Best Original Song“ und stach damit zum Beispiel Bono („Winter“ aus dem Film „Brothers“) und Paul McCartney aus („I Want To Come Home“ aus „Everybody’s Fine“).

Erwartungsgemäß konnte auch James Cameron mit seinem „Avatar“ den ein oder anderen Preis einfahren. Wobei es ein wenig verwundert, dass dieser bunte 3-D-Trip nun ausgerechnet als „Bestes Drama“ ausgezeichnet wurde. Cameron erhielt zudem die Auszeichnung für „Beste Regie“. Sandra Bullock wurde als „Beste Schauspielerin“ für ihre Rolle in dem Drama „The Blind Side“ geehrt. Bester Animationsfilm wurde zu Recht „Up!“. Die vollständige Liste der Nominierungen und Preisträger kann man hier einsehen.

Der Ehrenpreis, der Cecil B. DeMille Award, wurde Martin Scorcese ür seine „herausragenden Beiträge“ zur Kinokultur überreicht. Scorceses neuer Film „Shutter Island“ wird in diesem Jahr auf der Berlinale (11. bis 21. Februar) seine Weltpremiere feiern.