Kinostart der Woche: „Somewhere“ von Sofia Coppola


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Coppolas Porträt eines Filmstars, der nach dem Besuch seiner Tochter die Leere in seinem Leben erkennt, entwickelt eine melancholische Magie. Kompromisslos filmt sie in langen, statischen Kameraeinstellungen den öden Glamour und die Routine in Hollywood ab.

Johnny Marco (Stephen Dorff), ein stets unrasierter Enddreißiger mit jugendlicher Wuschelfrisur, verbringt die Tage mit Alkohol und One-Night-Stands, wobei er schon mal zwischen den Schenkeln eines willigen Starlets einpennt. Die Dialoge sind meist knapp und nichtssagend, eher traurig als höhnisch zugespitzt in einer Fahrstuhlszene mit Benecio del Toro, Premierenfeiern nur professionelle Heuchelei und die Phrasen auf Pressekonferenzen von mitleiderregender Lächerlichkeit. Auch mit seiner Tochter Cleo (Elle Fanning) redet er nicht viel. Sie gehen zum Shoppen und Essen oder spielen am Computer.

Stimmungen und Gefühle vermitteln allein die Bilder. Tragikomisch sind die Szenen, in denen Johnny den blonden Zwillingen Cindy und Bambi in seinem Hotelzimmer beim Pole-Dance zusieht. Schon wenn Coppola zu Beginn mehrere Minuten aus dem selben Winkel zeigt, wie Johnny mit seinem Ferrari auf einer staubigen Piste im Kreis fährt, braucht Einsamkeit keine Worte.

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Oliver Hüttmann